Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – “Bildung darf nicht von der Brieftasche der Eltern abhängen”, wies Bildungslandesrat Philipp Achammer eindringlich auf die Einflussfaktoren hin. Denn aus den Ergebnissen der PISA-Studie geht hervor: Der sozioökonomische Hintergrund der Eltern bestimmt mit dem Bildungsniveau und dem beruflichen Status der Eltern maßgeblich den schulischen Erfolg der Kinder.
Die PISA-Studie (Programme for International Student Assessment, Programm zur internationalen Schülerbewertung) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development OECD) erhebt alle drei Jahre – ab 2025 alle vier Jahre – die Kompetenzen der 15-Jährigen in Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen. Untersucht werden dabei nicht die Fachinhalte, sondern die Fähigkeit, Wissen zur Bewältigung und Lösung von Problemen des täglichen Lebens anzuwenden.
Am 10. September haben die drei Direktoren der Landesevaluationsstellen Klaus Niederstätter (deutschsprachige Schulen), Terence Leone (italienischsprachige Schulen) und Olimpia Rasom (Schulen der ladinischen Ortschaften) im Pressesaal im Landhaus 1 die Südtiroler Ergebnisse der OECD-PISA-Studie 2025 vorgestellt.
Das Schulsystem in Südtirol erzielt in allen drei Bereichen statistisch signifikante Ergebnisse über dem OECD-Durchschnitt sowie über dem gesamtstaatlichen Durchschnitt. Im Vergleich zu den Schulen der italienischen Makroregion Nordost weist das Südtiroler Schulsystem in keinem der drei untersuchten Bereiche statistisch signifikante Unterschiede auf.
“Wir haben eine gute Schule, wir haben ein gutes Bildungssystem”, betonte Bildungslandesrat Philipp Achammer bei der Pressekonferenz und nannte drei wesentliche Punkte: “Die Chancengerechtigkeit steht über allem, das Bildungssystem hat die Aufgabe, zu einem Abschluss zu führen. Wir haben eine geringe Dropout-Quote, eine geringe Schulabbrecherquote. Aber wir werden im Bereich der Frühförderung vor Kindergarten-Eintritt noch viel mehr tun müssen. Zweitens gibt uns die gesunkene Lesekompetenz sehr zu denken, da gilt es, genauer hinzuschauen. Drittens sind wir alle aufgefordert, unsere Kinder zu schützen und die Nutzung digitaler Medien einzuschränken, vor allem eine sehr frühe Nutzung: Wir dürfen den Kindern ihre Kindheit nicht nehmen.”
Der Landesrat für Italienische Bildung und Kultur Marco Galateo erklärt: “Ich glaube, uns verbindet eine gemeinsame Verantwortung: allen jungen Menschen, die in Südtirol aufwachsen, die bestmöglichen Bildungs- und Zukunftschancen zu gewährleisten. PISA hilft uns zu erkennen, wo wir stehen und wo wir uns verbessern müssen. Die Qualität eines Schulsystems bemisst sich jedoch nicht nur an den Durchschnittsergebnissen, sondern auch an seiner Fähigkeit, Chancen zu eröffnen, Unterschiede zu verringern und die Talente jedes Einzelnen zu fördern.”
Der Landesrat für die Schulen der ladinischen Ortschaften Daniel Alfreider kommentiert die Ergebnisse dieser Erhebungsrunde: “Die aktuellen PISA-Ergebnisse zeigen eine positive Entwicklung an unseren ladinischen Schulen. Mehrsprachigkeit ist kein Hindernis, sondern eine Stärke unseres Schulsystems. Gerade zu Beginn des neuen Schuljahres sehen wir, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Schule und Familie ist, um Kinder und Jugendliche auf ihrem Bildungsweg bestmöglich zu begleiten. Zugleich sind diese Ergebnisse ein Ansporn, weiter gemeinsam zu arbeiten, insbesondere an den grundlegenden Kompetenzen wie der Lesefähigkeit.”




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