Von: Matthias Knapp
St. Ulrich – Ein Tag ganz im Zeichen der ladinischen Sprache, Erinnerung und Kreativität: Der “Di dla Cultura Ladina” stand am 19. September unter dem Motto “Von einer Generation zur nächsten” und brachte in St. Ulrich mehrere Generationen zusammen. Eine Gesprächsrunde über die Zukunft der ladinischen Sprache, Literatur, Kunst, Musik, Performances und interaktive Workshops prägten den Tag und stellten die Weitergabe von Sprache, Wissen und Traditionen in den Mittelpunkt.
Der Vormittag war der Zukunft der ladinischen Sprache gewidmet. Fachleute und Vertreterinnen und Vertreter der Kulturwelt diskutierten über die Perspektiven der Sprache sowie über die Rolle der jungen Generationen bei ihrer Weitergabe und Weiterentwicklung. Das Thema des Übergangs zwischen den Generationen wurde auch anhand der kulinarischen Tradition aufgegriffen. In einem Workshop erlernten junge Menschen die Zubereitung von Knödeln: eine Gelegenheit zum Austausch und zur Weitergabe von Wissen und Fertigkeiten.
Am Nachmittag standen Literatur, Kunst, Musik, Aufführungen, Workshops und interaktive Aktivitäten auf dem Programm und bezogen Menschen aller Generationen ein. Zu den Höhepunkten gehörten mehrere Preisverleihungen wie jene des Merit Ladin an den ersten ladinischen Schulamtsleiter Franz Vittur, der im Juni 2026 verstorben ist. Sein Andenken und sein Einsatz für die ladinische Schule und Kultur wurden in einer Laudatio von Carlo Suani gewürdigt, der seinen Lebensweg und sein Wirken nachzeichnete. Außerdem wurde der Ert X Merit Ladin-Preis an die Künstlerin Christine Runggaldier verliehen, die mit ihrem Werk Deventé den Wettbewerb gewonnen hat. Im Laufe des Nachmittags wurden zudem die Gewinnerinnen und Gewinner der Literaturwettbewerbe Scribo und Scribo Junior ausgezeichnet. Die Wettbewerbe sind der Kreativität und dem literarischen Schaffen in ladinischer Sprache sowie der Förderung des Schreibens über die Generationen hinweg gewidmet.
Außerdem wurde ladinische Wort des Jahres bekannt gegeben, das von den Teilnehmenden aus allen im Laufe des Jahres vorgestellten ladinischen “Wörtern der Woche” ausgewählt wurde. Das gewählte Wort lautet “deberieda” (gemeinsam).
“Der ‘Di dla Cultura Ladina’ hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig die ladinische Kultur ist und wie sehr sie Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringen kann. Von der Auseinandersetzung mit der Zukunft der Sprache bis hin zur Weitergabe von Wissen und Traditionen hat der Tag Erinnerung, Gegenwart und Zukunft miteinander in Dialog gebracht. Möglich wurde dies auch durch die große Beteiligung der ladinischen Kulturvereine, denen ich für ihren wertvollen Einsatz danke“, betonte der Landesrat für ladinische Kultur Daniel Alfreider.
“Hinter einem Tag wie diesem steht die Arbeit vieler Menschen. Ich möchte insbesondere dem Organisationsteam für seinen Einsatz bei der Vorbereitung und Durchführung der Initiative danken, ebenso unseren wichtigsten Partnern dieser Ausgabe: dem Istitut Ladin Micurá da Rü, der Union Generela di Ladins dla Dolomites, dem Circolo-Lia Mostra d’Ert und dem Museum Ladin Ciastel de Tor, aber auch allen Institutionen, den zahlreichen Vereinen der ladinischen Täler und all jenen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben. Jeder und jede hat einen eigenen Beitrag geleistet und damit eine Veranstaltung voller Begegnungen und gemeinsamer Momente ermöglicht”, erklärte der Direktor der ladinischen Bildungs-und Kulturdirektion Kultur, André Comploi. Beim “Di dla Cultura Ladina” wurde eine lebendige und sich ständig weiterentwickelnde ladinische Kultur sichtbar, die ihre Erinnerung bewahrt und zugleich den Blick in die Zukunft richtet.




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