Von: Sophia Molitor
Bozen – Oskar Peterlini, Dozent an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, stellt am 21. September sein Buch „Wie eigenständig ist Südtirol? Geschichte, Recht und Politik” vor. Darin befasst er sich mit der historischen Entwicklung, den rechtlichen Grundlagen und den Perspektiven der Südtirol-Autonomie. Die Veranstaltung findet um 10.45 Uhr im Hörsaal D1.01 am Campus Bozen statt.
Wie viel Selbstbestimmung hat Südtirol tatsächlich? Wie stabil ist das System der Selbstverwaltung, und inwieweit kann es als Modell für andere Regionen und Minderheiten gelten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Oskar Peterlini, Forscher und Dozent für öffentliches Recht an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der unibz, in seinem Buch „Wie eigenständig ist Südtirol? Geschichte, Recht und Politik”.
Der Band, 286 Seiten stark und im Athesia-Tappeiner-Verlag erschienen, zeichnet die Entwicklung der Südtirol-Autonomie aus historischer, rechtlicher und politischer Perspektive nach. Ausgehend von den Ereignissen nach der Angliederung Südtirols an Italien im Jahr 1919 beleuchtet Peterlini den Weg über den Faschismus, die Assimilierungspolitik und die Jahre der Spannungen bis zum Zweiten Autonomiestatut von 1972. Auch geht er auf das heute geltende System zum Schutz der Sprachminderheiten ein.
„Die Südtirol-Autonomie hat wesentlich zum friedlichen Zusammenleben der Sprachgruppen sowie zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung des Landes beigetragen und Südtirol auch international zu einem viel beachteten Beispiel dafür gemacht, wie Konflikte zwischen Minderheiten und Mehrheiten friedlich gelöst werden können”, so Oskar Peterlini.
Wie stabil ist die Südtirol-Autonomie tatsächlich?
Das Buch beschränkt sich jedoch nicht darauf, die Geschichte eines häufig als Erfolgsmodell bezeichneten Systems nachzuzeichnen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie stabil die Südtirol-Autonomie tatsächlich ist und über welche realen Handlungsspielräume sie heute verfügt. Peterlini analysiert ihre rechtlichen Grundlagen und ihre konkrete Funktionsweise und arbeitet dabei Stärken, Schwächen und weiterhin offene Fragen heraus. Die Untersuchung berücksichtigt auch die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Autonomiereform 2026 und geht zugleich einer weiterführenden Frage nach: Welche Voraussetzungen muss ein Autonomiesystem erfüllen, um den Schutz von Minderheiten und das Zusammenleben langfristig zu gewährleisten, und welche Elemente des Südtiroler Autonomiemodells können für andere Regionen der Welt von Bedeutung sein?
Der Band ist eine aktualisierte und überarbeitete Fassung der wissenschaftlichen Habilitationsschrift des Autors. Peterlini lehrt heute an der Freien Universität Bozen und verfügt zugleich über eine langjährige, politische und institutionelle Erfahrung in Südtirol und auf gesamtstaatlicher Ebene.
Die Buchvorstellung wird durch Grußworte und Beiträge von Landesrat Philipp Achammer, dem Präsidenten der Freien Universität Bozen, Federico Giudiceandrea und dem Rektor der Freien Universität Bozen, Prof. Alex Weissensteiner, eröffnet.
Eine wissenschaftliche Analyse und Einordnung des Buches präsentiert Prof. Jörn Dosch, Professor für Internationale Politik und Dekan der Fakultät für Wirtschaft und Sozialwissenschaften der Universität Rostock. Die Moderation übernimmt Prof.in Stefania Baroncelli von der Freien Universität Bozen.
Die Buchvorstellung findet in deutscher Sprache statt.




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