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In seinen Rollen spielte er oft das Raubein, den harten Kerl und gebrochenen Typen. Doch auf das Klischee des Rüpels wollte sich der Schauspieler Heinz Hoenig nie festlegen lassen. Eine seiner bekanntesten Rollen führte ihn früh aus dieser Schublade heraus – 1981 spielte er den besonnenen Funker Hinrich in Wolfgang Petersens Erfolgsfilm “Das Boot”. Am Donnerstag wird Hoenig 75 Jahre alt.
Sein Weg zum Film- und Fernsehstar war alles andere als geradlinig. Geboren wurde Hoenig 1951 im bayerischen Landsberg am Lech als Sohn eines Kranführers, er wuchs im Harz auf. Nach der Schule machte er zunächst eine Schlosserlehre. Danach arbeitete er unter anderem als Tischler, Koch und Silberschmied.
Durch Fügung zur Schauspielerei
Zur Schauspielerei kam Hoenig eher zufällig. Er habe “als kleiner Junge” nie vorgehabt, Schauspieler zu werden, sagte er einmal dem Magazin “Planet Interview”. “Das ist einfach so entstanden, das war sozusagen eine Kettenreaktion, weil ich immer neugierig war.”
Die Neugier führte ihn Anfang der 1970er Jahre zunächst zu einer US-Theatergruppe, die gerade in Berlin gastierte. Spontan schloss er sich der Truppe an und ging in die USA, wo er das Schauspielhandwerk erlernte. Zurück in Deutschland spielte er mehrere Jahre am Berliner Grips-Theater.
Durchbruch mit “Das Boot”
Danach ging es für Hoenig zunehmend auf die Leinwand. Nach ersten Filmrollen gelang ihm 1981 in “Das Boot” der Durchbruch. Die Rolle des Funkers Hinrich habe er “unbedingt” spielen wollen – “auch weil ich damals von diesem Klischee des ‘Haudrauf-Heinz’ weg wollte”, sagte er “Planet Interview”.
Besonders eng verbunden ist Hoenigs Name mit dem Regisseur Dieter Wedel. In dessen erfolgreichen Fernsehmehrteilern übernahm Hoenig immer wieder markante Rollen. In “Der große Bellheim” spielte er einen durchtriebenen Geschäftemacher, in “Der Schattenmann” einen verdeckten Ermittler und in “Der König von St. Pauli” einen früheren Boxer und loyalen Bodyguard.
Breites Rollen-Spektrum
Doch Hoenig konnte auch ganz andere Figuren verkörpern. Im Filmdrama “Krücke” war er 1994 als früherer Wehrmachtssoldat und Kriegsinvalide zu sehen, der Freundschaft zu einem Burschen schließt. Für die Darstellung der verletzlichen Charakterrolle wurde er mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.
Auch komödiantische Rollen gehörten zu seinem Repertoire – etwa als Weihnachtsengel in “Ein himmlischer Freund” oder als Zwerg in Otto Waalkes “Sieben Zwerge – Männer allein im Wald”. “Mich reizen eigentlich alle Rollen”, sagte Hoenig einmal der “Rheinischen Post”. “Am meisten die, auf die ich privat gar nicht kommen würde, dass ich der Charakter sein könnte.”
Für seine Arbeit erhielt Hoenig zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis, den Bambi und den Grimme-Preis. Auch neben dem Schauspiel ist Hoenig medial präsent. Einem jüngeren Publikum wurde er beispielsweise bekannt, als er 2015 als Teilnehmer in das RTL-“Dschungelcamp” einzog.
Privat musste Hoenig schwere Schicksalsschläge verkraften. Seine erste Ehefrau Simone starb 2012 im Alter von 52 Jahren. Mit ihr hatte Hoenig zwei Kinder. 2019 heiratete er die gelernte Krankenschwester Annika Kärsten. Mit ihr hat er zwei weitere Kinder.
Zuletzt große gesundheitliche Probleme
Besonders schwierig waren die vergangenen Jahre. Hoenig war 2024 lebensbedrohlich erkrankt und lag monatelang auf einer Intensivstation, zeitweise im künstlichen Koma. Da er damals nicht krankenversichert war, sammelte seine Familie Spenden für die Behandlung. Neben der Schauspielerei engagiert sich Hoenig seit Jahren für Kinder und Jugendliche, die Opfer oder Zeugen von Gewalt wurden.
(Von Thorben Behring/AFP)




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