Sieht die Welt nicht rosig: Michel Houellebecq

Endzeitstimmung. Neuer Gedichtband von Michel Houellebecq

Dienstag, 15. September 2026 | 12:02 Uhr

Von: importer

Im Frühjahr sorgte der französische Starautor Michel Houellebecq mit seinem zusammen mit dem Musiker Frédéric Lo erarbeiteten Album “Souvenez-Vous de l’Homme” für Aufsehen. Gleichzeitig erschien nach zehnjähriger Pause wieder ein Gedichtband, mit dem das Enfant terrible seinem Ruf eines Fürsten der Finsternis gerecht wurde. “Combat toujours perdant” ist nun, übersetzt von Stephan Kleiner, unter dem Titel “Der stets verlorene Kampf” in einer zweisprachigen Ausgabe erschienen.

38 Gedichte und kurze Prosatexte huldigen einer Weltsicht, die man – je nach Standpunkt – als pessimistisch oder realistisch einstufen kann. “Ihr Abendländer, die ihr leben wollt, / Dies ist euer Endspiel”, hebt Houellebecq an und verrät: “Ich weiß, das Ende wird traurig sein.” Wie dieses nach der Vorstellung des Autors, der den eigenen Verfall mit jenem der Menschheit gleichsetzt und dabei die ewigen Themen wie Liebe, Alter und Tod gekonnt variiert, aussehen wird, lässt er am Ende des Bandes wissen: “Das Bild des Todes wächst mit den Sekunden, / Deren eintöniges Ticken in der Leere widerhallt, / Sein lepröses Gesicht verwandelt sich in ein gieriges Maul, / Meine Worte verwandeln sich in abscheuliche Schreie. // Und so scheide ich von der Welt.”

(S E R V I C E – Michel Houellebecq: “Der stets verlorene Kampf”, Deutsch von Stephan Kleiner, zweisprachige Ausgabe, DuMont, 112 Seiten, 24,70 Euro, ISBN 978-3-7558-0114-6)

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