Von: importer
Nachrichtenkonsumenten jedweder Couleur eint seit geraumer Zeit ein Gefühl: Viel zu lachen hat man derzeit nicht. Das neue humoristische Nachrichtenportal “Fun Facts” möchte das ändern. Nachdem das Format sich in Deutschland erfolgreich etabliert hat, kommt das kabarettistische Onlinemedium nun nach Österreich – mit prominenten Paten und unter dem Motto “witzig. wichtig. richtig.” Am Montag wurde das Vorhaben in Wien den Medien präsentiert.
Die Betonung liegt dabei auf Facts, also den Fakten, die mit Fun, also Humor, an das Publikum gebracht werden sollen. Hinter den einzelnen monothematischen Folgen stehe deshalb ein solider Faktencheck, wobei Quellen stets transparent gemacht würden. All dies werde dann pointiert präsentiert. Als Kooperationspartner sind die Rechercheplattform Correctiv und die Kabarettinstitution Stadtsaal mit an Bord. In Österreich zeichnen Klaus Oppitz und David Friedrich als Showrunner verantwortlich, während Philipp Kaindl die Redaktionsleitung innehat.
Satire als journalistische Kategorie
“Ich halte Satire für eine journalistische Kategorie”, betonte Oppitz, der unter anderem für das ORF-Format “Wir sind Kaiser” mitverantwortlich zeichnete. Und dies wolle man auch bei Fun Facts umsetzen: “Ich finde es eine riesengroße Chance, ein Thema von vorne bis hinten durchzudeklinieren.”
Die erste Folge wird am 3. Oktober vor Publikum im Stadtsaal aufgezeichnet, gefolgt von Ausschnitten aus dem Programm der einzelnen Vertreterinnen und Vertreter. Die Wiener Premiere gestaltet Toxische Pommes, der Berni Wagner, Florian Scheuba, Barbara Blaha oder Sonja Pikart (“Jede Möglichkeit, mehr Fakten ins Internet zu bringen, sollte man nicht ungenutzt lassen”) allsamstäglich nachfolgen – jeweils ohne Gage. Veröffentlicht werden die einzelnen Folgen dann vor allem über den “Fun Facts”-Youtubekanal sowie als Podcast.
Vom Erfolg überrollt
“Wir sind ein bisschen von unserem Erfolg überrollt worden”, unterstrich der deutsche Geschäftsführer Robin Alef den Lauf, den man derzeit habe. Über 26 Mio. Youtube-Views könne man seit März verzeichnen, freute sich Maja Mateas aus der Geschäftsführung: “Wir sind viele und machen einfach was!” Seit dem Auftakt im Frühjahr waren bereits über 100 verschiedene Hosts in Städten wie Hamburg, München oder Berlin im Einsatz. Dabei sind nicht nur dezidierte Kabarettistinnen und Kabarettisten mit von der Partie, auch Proponenten aus der Film-, der Musik- oder der Literaturbranche übernehmen diese Funktion.
“Selbst viele Menschen in meinem engsten Freundeskreis sagen: ‘Nachrichten sind so negativ, da möchte ich am liebsten gar nicht mehr anschalten'”, umriss Alef die Genese des Projekts. Man habe deshalb schlicht überlegt: “Was haben wir, das Rechtsextreme nicht haben? Humor!” Und den bringe man nun ans Publikum, wobei das Essenzielle die völlige Unabhängigkeit durch Mitgliedsbeiträge, Ticketverkauf und Merchandise sei: “Wir werden nicht von irgendwelchen superreichen Menschen finanziert oder müssen die Idee einer Firma bedienen.”
(S E R V I C E – www.funfacts.de/at )




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen