Von: apa
215.000 Fans über vier Tage haben sich laut Veranstalter das heurige Nova Rock nicht entgehen lassen. Intendant Ewald Tatar zog zufriedene Bilanz: “Man merkt, dass hier wirklich ein Zusammenhalt herrscht und es vor allem in Zeiten wie diesen hier wirklich sehr friedlich zugeht.” Mit Bring Me The Horizon ging das Festival in der Nacht auf Montag lautstark zu Ende. Da war das Areal vor der Hauptbühne noch einmal gefüllt, obwohl die Abreise bereits zu Mittag eingesetzt hatte.
Die britische Band erfreute das verbliebene Publikum mit ihrer Mischung aus Alternative Metal und Metalcore mit Emo-Einschlag. Gleich zu Beginn ging ein Luftschlangenregen über die Fans nieder, an Feuer- und Rauchsäulen sowie Pyros mangelte es in der Show nicht. Oli Sykes sang, schrie und animierte die Fans, die ausreichend hymnische Chöre zum Mitsingen geboten bekommen.
Zum Finale wurden nur noch zwei Bühnen bespielt. Spätestens am frühen Abend bei Architects, die Metalcore mit gestandener Härte servierten, hat sich das Areal vor der Blue Stage gefüllt. Papa Roach sorgten anschließend für gute Stimmung. “Nova Rock, do you feel alive?”, fragte Sänger Jacoby Shaddix. Ein kollektiver Schrei, ein Meer an in die Höhe gestreckten Händen und ein wilder Circle Pit repräsentierten ein eindeutiges “Ja”. Die US-Rockband lieferte eine tighte, kraftvolle Performance mit ihren Hits ab – Fanservice pur. Wer von Schwermetall bereits genug hatte, war bei All Them Witches gut aufgehoben. Die psychedelische Bluesrock-Formation mit Stoner-Einschlag zelebrierte auf der Red Bull Stage einen Sound der alten Schule.
Veranstalter sehr zufrieden
Die Publikumsanzahl ist “eine Spur geringer als das letztes Jahr”, sagte Tatar. Aber 2025 hat das Interesse an Linkin Park den Ticketverkauf zusätzlich befeuert, fügte er hinzu: “Im Tagesschnitt befinden wir uns am selben Level wie im Vorjahr.” Der Tag mit den meisten Gästen war heuer der Freitag mit The Cure, was aber anscheinend nicht nur an diesem Headliner lag. Etwa 3.000 bis 4.000 Besucherinnen und Besucher seien extra für die britische Rock-Wave-Band angereist, schätzte Tatar.
Der Erfinder des Open Airs hob die gute Stimmung hervor und erwähnte ein Erlebnis bei einem Kontrollgang: “Leute haben mir wörtlich gesagt: ‘Am Campingplatz ist bei dem Festival wirklich die Liebe zu Hause.’ Und das war nicht sexuell gemeint.”
Sukzessive Veränderungen
Das Buchen von absoluten Top-Acts für das Festival – 2027 kommen Die Ärzte – wird schwieriger: “Die ganz großen Bands werden weniger. Darum wird sich das Nova Rock sukzessive ein bisschen insofern verändern müssen, dass möglicherweise an einem Tag oder vielleicht sogar zwei Tagen ein Speerspitzen-Headliner fehlen könnte”, betonte Tatar. “Darum muss man für einen sehr starken Unterbau sorgen. Das heißt jetzt nicht, dass man nicht wieder mal einen großen Headliner an Land ziehen kann. Aber grundsätzlich ist es schon so, dass sich die Speerspitzen auf die Stadien konzentrieren und Festivals eher seltener spielen.”
“Ruhig und geordnet” sei die Veranstaltung bisher verlaufen, hieß es beim Roten Kreuz. Bis Sonntagvormittag wurden 1.420 Fans medizinisch versorgt, 74 zur weiteren Abklärung ins Spital gebracht, berichtete das Rote Kreuz. 14 Mal war die Krisenintervention im Einsatz.
(S E R V I C E – www.novarock.at)




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