Von: APA/dpa
Die schwer kranke norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat eine neue Lunge bekommen. “Die Lungentransplantation ist so weit erfolgreich verlaufen”, zitierte das Königshaus am Mittwoch Abteilungsleiter Arnt Fiane vom Universitätskrankenhaus in Oslo. Die Kronprinzessin werde für mehrere Wochen im Spital bleiben müssen – erst bei ihrer Entlassung sei das nächste Update zu erwarten. Ihr Mann, Kronprinz Haakon, werde sein Programm anpassen, um seiner Frau beizustehen.
Mette-Marit litt unter einer schweren Lungenfibrose – ihr war es in den vergangenen Monaten immer schlechter gegangen. Vor einigen Wochen hatte der Hof mitgeteilt, dass die Kronprinzessin auf die Warteliste für eine neue Lunge gesetzt worden war. Nun ging es anscheinend sehr schnell. Spenderlungen sind rar, daher wird über solch einen Eingriff sehr kurzfristig entschieden.
In Österreich 2,4 Monate Wartezeit
In Österreich betrug die mittlere Verweildauer auf der Warteliste bis zu einer Lungentransplantation im Vorjahr 2,4 Monate. Nur bei Lebertransplantationen ging es mit 1,8 Monaten schneller, wobei Betroffene jeweils als dringendere “High-Urgency-Fälle” eingestuft werden können. Fast 100 Patientinnen und Patienten kamen 2025 auf die Warteliste für eine Lungentransplantation. Davon wurden 69 Prozent noch im selben Kalenderjahr mit einem neuen Organ versorgt, ein Prozent starb auf der Warteliste stehend, geht aus dem kürzlich veröffentlichten Transplant-Jahresbericht der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) hervor.
Bei Lungentransplantationen weist Österreich im internationalen Vergleich eine hohe Frequenz gemessen an der Einwohnerzahl auf. Insgesamt wurden hierzulande im Vorjahr 104 Lungen transplantiert. 32 Personen standen mit Stichtag 31. Dezember 2025 auf der Warteliste für eine Lungentransplantation.
Familienpläne geändert
Bei einer Lungenfibrose bilden sich Narben im Lungengewebe, was Atemnot, Kurzatmigkeit und Husten verursachen kann. Die Krankheit gilt als nicht heilbar. Die Krankheit hat Konsequenzen für die gesamte Kronprinzenfamilie. So wird das Kronprinzenpaar nicht wie geplant im August seine silberne Hochzeit feiern. Kronprinz Haakon hatte wegen seiner kranken Frau in letzter Zeit immer wieder Termine abgesagt und zuletzt auch eine Reise deshalb verkürzt.
Aus Sorge um ihre Mutter war zudem die Tochter der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, Prinzessin Ingrid Alexandra, vorläufig aus Australien nach Hause zurückgekommen. Seit dem vergangenen Sommer studiert sie an der Universität von Sydney internationale Beziehungen und politische Ökonomie.
Nicht nur Krankheit, auch Skandale
Zusätzlich zu ihrer Krankheit belasten mehrere Skandale die Kronprinzessin. Durch die Veröffentlichungen im Fall Jeffrey Epstein war Mette-Marits frühere Freundschaft zu dem Sexualstraftäter bekanntgeworden. In einem Fernsehinterview sagte sie in diesem Frühjahr, Epstein habe sie manipuliert und getäuscht. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst. Viele ihrer Landsleute nahmen ihr das enge Verhältnis zu dem Sexualstraftäter sehr übel.
Sorgen macht Mette-Marit auch ihr Sohn aus einer früheren Beziehung. Am Montag wurde Marius Borg Høiby unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen noch nicht rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hatte in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, aus der Untersuchungshaft freizukommen – es sei unerträglich, nicht bei seiner kranken Mutter sein zu können, argumentierte er. Das Kronprinzenpaar hat außerdem zwei gemeinsame Kinder: Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus.




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