Für Bernhard Paul zeigt der Weg nach oben

Ohne Tiere, aber mit Guglhupf: Circus Roncalli in Wien

Montag, 14. September 2026 | 15:55 Uhr

Von: importer

“Hals- und Beinbruch” sollte man Bernhard Paul vor der Premiere des Gastspiels der Jubiläumstournee des “Circus-Theater Roncalli” am Mittwoch (16. September) nicht wünschen – denn seit einem Unfall, bei dem er auf den Fliesen eines Schwimmbads ausrutschte, ist er ziemlich lädiert. “Meine geliebten Spaziergänge muss ich jetzt mit Krücken machen”, klagte der 79-jährige Zirkus-Gründer am Montag im Café Landtmann, wo auch das kulinarische Beiprogramm vorgestellt wurde.

“Ich bin ein Feinspitz, war nicht umsonst Gourmet des Jahres und weiß, was gut und gesund ist”, versicherte Bernhard Paul, und verwies darauf, dass die Pavillons für Speis und Trank extra nach Otto-Wagner-Entwürfen gebaut wurden. Nicht nur vor Ort im Angebot, sondern auch in ausgewählten “Spar”-Filialen in Wien und den weiteren Gastspielstädten Innsbruck (ab 17.10.) und Linz (ab 13.11.) erhältlich, wird ein speziell verpackter Landtmann-Guglhupf sein. “Der Circus Roncalli ist mit Liebe gemacht – so wie unser Guglhupf”, zog Landtmann-Geschäftsführer Berndt Querfeld eine liebevolle Parallele – ähnlich wie Stefan Schaur, Geschäftsführer von Staud’s, die extra angebotene Marillen-Marmelade bewarb.

“Unser Heimatbahnhof ist der Rathausplatz”

Der Rathausplatz war indes am Montag eine (Auf-)Baustelle: Mit zwei Zügen und 52 Waggons hatten in den vergangenen Tagen 107 Zirkuswagen und -fahrzeuge, technisches Equipment sowie die gesamte Ausstattung für die “Roncalli-Circusstadt” Wien erreicht. “Wien ist immer der Höhepunkt, unser Heimatbahnhof ist der Rathausplatz”, versicherte Bernhard Paul, der den Zirkus 1976 nach dem Vorbild des Zirkus Rebernigg (“Österreichischer Nationalcircus”) gegründet hatte: “Das war ein gemütlicher Zirkus. Ich hab ja immer versucht, einen anderen Zirkus zu machen. Wir waren der erste Zirkus, der auf Tiere verzichtet hat. Mittlerweile gibt es viele tierfreie Zirkusse. Ich begrüße das!”

Er habe aber noch andere Innovationen in die Szene eingebracht, schilderte Bernhard Paul – etwa veganes Essen oder den Verzicht auf Plastikbesteck und -Verpackung. “Zum Jubiläum öffne ich eine Tür in die Zukunft. Wie schaut der Zirkus der Zukunft aus?”, gab er die Richtung zum Jubiläumsprogramm vor, das in Wien in 52 Vorstellungen gezeigt wird. “Das Jubiläumsjahr war sehr besonders, und es war schön, die Inspiration aus der Vergangenheit mit der Zukunft zusammenzubringen”, meinte Tochter Lili Paul-Roncalli, die im Familienbetrieb groß geworden ist. “Wir durften früh bei vielen Entscheidungen dabei sein und sind in unsere Rollen hineingewachsen.”

“Alles, was Du mit Liebe machst, wird auch geliebt”

Und was wünscht sich Bernhard Paul in zehn Jahren zum 60-Jahr-Jubiläum? “Das ich zum 60-Jährigen ohne Rollstuhl kommen kann.” Eine Lebenserkenntnis werde ihn auch im kommenden Jahrzehnt begleiten: “Ob Marmelade, Guglhupf oder Wanderzirkus: Alles, was Du mit Liebe machst, wird auch geliebt.”

(S E R V I C E – www.roncalli.de )

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