James Gray freut sich über die Auszeichnung beim Schweizer Filmfestival

Regisseur James Gray fühlt sich nur “mittelalt”

Dienstag, 11. August 2026 | 08:38 Uhr

Von: importer

“Rangiert mich noch nicht aus!”: Filmemacher James Gray hat am Sonntag in Locarno den Ehrenleoparden entgegennehmen dürfen. Am Montagnachmittag blickte er dann auf seine Arbeit zurück und teilte mit dem Publikum, wo seine Stärken liegen. “Viele Dinge im Leben liegen völlig außerhalb unserer Kontrolle”, sagte Gray. Das Drehbuch zu seinem Debütfilm “Little Odessa” (1994) etwa, sei aus dem Müll gefischt worden. Für Grays Karriere war das ein folgenreicher Glücksgriff.

Seine Stärke liege in der Arbeit und seiner Beziehung zu seinen Darstellerinnen und Darstellern, verriet er dem Publikum beim Talk: sie zu beruhigen und überzeugen zu können. Das sei sozusagen seine Superkraft. Bereits für “The Yards” (2000), seinen zweiten Spielfilm, hatte Gray eine außergewöhnliche Besetzung mit Joaquin Phoenix, Mark Wahlberg, Charlize Theron, James Caan, Faye Dunaway und Ellen Burstyn. Wie hat er das nur geschafft? “Ich bin einfach so gut”, scherzte er.

Echte Emotionen ließen sich nicht ersetzen, ist Gray überzeugt – auch nicht mit Künstlicher Intelligenz. Einem Schauspieler mit Zukunftsängsten riet der Filmemacher deshalb zu Aufrichtigkeit im Schaffen.

Witze bei Ehrung

Bei der Verleihung des “Pardo alla Carriera” vom Sonntagabend auf der Piazza Grande hatte Gray gewitzelt, er sei noch nicht so alt, dass es für eine Auszeichnung für das Lebenswerk reiche, sondern höchstens “mittelalt”. Gray wurde 1969 in New York geboren.

Auf der Bühne des Locarno Film Festivals war James Gray sichtlich bewegt. Seine Frau hingegen sei dagegen weit weniger beeindruckt gewesen: Als er ihr von der Ehrung erzählt habe, hätte sie ihn lediglich gebeten, den Müll rauszubringen, erzählte Gray dem Publikum.

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