Von: apa
Die Songs von Roxette haben Genres und Generationen überdauert. “Darauf bin ich natürlich sehr stolz”, sagte Mastermind Per Gessle im APA-Interview. “Es ist das größte Kompliment, das man als Songwriter bekommen kann, Lieder zu schreiben, die Grenzen überschreiten. Das war eine der Stärken von Roxette.” Sechseinhalb Jahre nach dem Tod von Sängerin Marie Fredriksson bringt Gessle mit Sängerin Lena Philipsson nun Roxette zurück – am 22. Juli live auf die Wiener Donauinsel.
“Viele Hits”, versprach der Schwede für den Open-Air-Auftritt zum 40-jährigen Jubiläum der Formation. “Wir haben eine großartige Band und uns früh entschieden, keine vorproduzierten Playbacks zu verwenden. Alles ist 100 Prozent live. Obwohl wir im Grunde bei jeder Show die gleichen Songs spielen, ist deshalb jede anders. Wir spielen die Songs als Hommage an den Roxette-Katalog.” Man kann also darauf setzen, Hits wie “The Look” oder “Joyride” zu hören. “Ja”, nickte Gessle.
Die Fans würden die Rückkehr begrüßen, betonte der Musiker. “Wir haben Anfang letzten Jahres in Südafrika und Australien angefangen und bisher um die 60 Konzerte gespielt. Es ist also eine lange Tournee, und sie war bis jetzt einfach sensationell. Ich bin so glücklich und dankbar, dass die Band so gut funktioniert, Lena dabei ist und die Fans die Lieder mitsingen. Es bedeutet ihnen immer noch etwas. Das darf man nie als selbstverständlich ansehen.”
Gedenken an Fredriksson
Wie schwer war es für Philipsson, den Part der unvergessenen Fredriksson zu übernehmen? “Na ja, beim ersten Konzert war ich natürlich etwas angespannt. Ich war sehr konzentriert. Ich wollte ja nicht den falschen Text singen oder so. Aber ich muss sagen, es ging alles sehr schnell und ganz natürlich. Und ich habe mich schnell von den Roxette-Fans sehr willkommen gefühlt. Jetzt denke ich gar nicht mehr darüber nach. Ich gehe einfach raus und singe, weil ich die Songs mittlerweile wirklich als Teil von mir empfinde.”
Besonders emotional wird der Auftritt für die Sängerin bei den Balladen. “Lieder wie ‘Listen to Your Heart’ oder ‘Must Have Been Love’ sind sehr wichtig, weil wir alle – das Publikum und ich – an Marie denken, wenn wir sie zusammen singen.” Die flotten Pophits liegen ihr auch am Herzen: “Ich mag die Vielfalt. Es gibt diese härteren und dann wieder die herzzerreißenden Lieder, diese Mischung liebe ich.”
Die Macht der Musik
Roxette waren in vielen Ländern erfolgreich, wie Gessle festhielt. “Selbst wenn die Leute kein Englisch sprechen, kennen sie die Texte. Es ist verrückt. Aber das ist eben die Macht der Musik, nicht wahr? In der Zeit, aus der wir kommen, den 80er- und 90er-Jahren, hatte Musik, Popmusik, meiner Meinung nach eine viel größere Rolle in der Gesellschaft als heute. Heute, wo Streamingdienste dominieren, hören die Leute zwar genauso viel Musik wie früher, aber es bedeutet eigentlich nichts mehr. Es ist einfach überall Musik. Und die Möglichkeiten sind endlos. Man weiß gar nicht mehr, was man davon halten soll.”
Er komme aus einer Generation, so Gessle, in der es “wie Heiliger Abend” war, wenn David Bowie im Fernsehen auftrat. “Heute ist alles ständig verfügbar. Wenn man aus dieser Generation kommt, sieht man die neue Ära wahrscheinlich eher negativ. Aber ich habe einen 28-jährigen Sohn, für ihn ist es ganz normal, dass ihm alles zur Verfügung steht. Wer bin ich also, dass ich darüber urteile? Ich werde ja auch nicht jünger.”
(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E – https://donauinselopenair.at – https://roxette.se )




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