Von: Sophia Molitor
Bozen – Was zunächst wie ein heikles Thema wirkte, sorgt für eine klare Haltung: Wenn es um Geld geht, ziehen die meisten Leserinnen und Leser von Südtirol News offenbar klare Grenzen. In der vergangenen Woche haben wir gefragt: „Darf man alles verlangen, solange man dafür bezahlt?“
63 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass es Grenzen dafür gibt, was man als bezahlte Dienstleistung verlangen kann. Insgesamt entfielen über 1.500 Stimmen auf diese Option.
Trotzdem sind einige auch der Meinung, dass bezahlter Service völlig in Ordnung ist, wenn er den Alltag entlastet, solange der Umgang respektvoll verläuft. 874 Leser beziehungsweise 37 Prozent sprachen sich dafür aus.
Das Ergebnis der Spontanbefragung zeigt, wie vielschichtig das Thema Geld ist. Für viele gibt es Aufgaben, die so stark in die persönliche und private Lebenssphäre eingreifen, dass sie diese lieber selbst übernehmen – unabhängig davon, ob ein Service den Alltag erleichtern würde. Dahinter steht auch die Vorstellung, dass es ein Zeichen von Stärke und Selbstständigkeit sein kann, bestimmte Dinge noch selbst bewältigen zu können.
Grundsätzlich ist es nichts Verwerfliches, für eine Dienstleistung zu bezahlen. Entscheidend ist jedoch der bewusste Umgang damit: Hinter jedem Service stehen Menschen. Ein respektvoller Umgang ist gerade im Dienstleistungsbereich allerdings nicht immer selbstverständlich.
Auch im Kommentarbereich zeichnet sich dieses Meinungsbild ab.
@Luggi meint: “Im Dienstleistungservice wird von den Angestellten sehr viel verlangt,solange es über die Grenzen des Anstandes und des Gesetzes nicht hinaus geht und es auch abgelehnt werden kann, ist es in Ordnung”
@Frank schreibt: “Wenn sich die Vermögenden weiter so respektlos aufführen, wie es immer mehr in Mode kommt, sind wir bald wieder bei Leibeigenschaft und Sklaverei.”
@Mimispatz erklärt: “nicht die Frage ‘was darf man verlangen, nur weil er für dessen Dienstleistung bezahlt’ ist relevant, sondern welche Dienstleistung darf angeboten werden ?”
Und @imuanlei ist der Meinung: “Der Kunde ist König, ‘solange er sich königlich benimmt’, also respektvoller Umgang mit Untergebenen.”




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