Ihr Anblick wird immer seltener

Schwalben im Stall bringen Glück

Samstag, 15. August 2026 | 09:52 Uhr

Von: Matthias Knapp

Ratschings – In einem Stall in Ratschings hat ein Schwalbenpaar in diesem Sommer sein Nest gebaut – und zwar direkt über dem Platz, an dem die Kühe gefüttert werden, fressen und ruhen. Inzwischen sind vier kleine Schwalben im Nest, die von ihren Eltern fleißig mit Futter versorgt werden. So leben hier unter einem Dach zwei ganz unterschiedliche Tierarten friedlich miteinander: unten die Kühe, darüber die vier kleinen Schwalben.

Als Kulturfolger, die sich über Jahrhunderte an das Leben in den Dörfern angepasst haben, lieben Schwalben altmodische Ställe. Hier haben sie es warm und Insekten finden sie im Überfluss. In modernen Ställen wird ihr Anblick allerdings immer seltener. Schuld daran ist die veränderte Bauweise.

Der Bauer hat sich inzwischen an den Tagesrhythmus der Schwalben gewöhnt. Früh am Morgen steht er auf und öffnet den Stall, damit die erwachsenen Schwalben hinausfliegen und auf Futtersuche gehen können. Am Abend wartet er, bis beide Elternvögel wieder in den Stall zurückgekehrt sind und die Kleinen im Nest versorgt haben. Erst dann schließt er den Stall für die Nacht. Das Nest mitten im Stall ist inzwischen zu einem kleinen Teil des täglichen Lebens geworden.

privat

Seit Jahrhunderten gehören Schwalben zu dem gewohnten Bild eines Bauernhofes. Besonders Rauch- und Mehlschwalben haben sich an die dortigen Bedingungen und den Menschen angepasst. Offene Ställe, Scheunen und Dachüberstände bieten dabei einen geeigneten Brutplatz, wobei die Umgebung häufig reichlich Nahrung bereitstellt.

Doch der Vorteil ist nicht nur einseitig, auch Ställe profitieren von der Anwesenheit der Schwalben. Die Vögel ernähren sich ausschließlich von Insekten, vor allem von Mücken und Fliegen. So sorgen sie für besser Bedingungen in den Ställen der Nutztiere. Eine Schwalbenfamilie frisst pro Brutsaison ungefähr ein Kilogramm Insekten. Das ist auch für die Kühe eine Erleichterung.

Bezirk: Wipptal

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