Umstieg zwischen Zug, Bus, Fahrrad und Fußwegen erleichtern

Bahnhöfe als Mobilitätsdrehscheiben: Land und RFI planen gemeinsam

Freitag, 07. August 2026 | 15:29 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Die Bahnhöfe in Südtirol sollen noch zugänglicher, funktionaler und stärker mit den verschiedenen Formen nachhaltiger Mobilität vernetzt werden. Darüber informierte der Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität, Daniel Alfreider, nach der Sitzung der Landesregierung vom 7. August bei einer Pressekonferenz. Auf seinen Vorschlag hin genehmigte die Landesregierung den Entwurf eines Einvernehmensprotokolls zwischen dem Land Südtirol und dem italienischen Schienennetzbetreiber Rete Ferroviaria Italiana (RFI).

Ziel ist es, die Erreichbarkeit und Attraktivität der Bahnhöfe zu verbessern und den Umstieg zwischen Bahn, öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad, Fußverkehr sowie geteilter und elektrischer Mobilität einfacher zu gestalten. Südtirol gehörte in diesem Bereich bereits zu den Pilotgebieten. Sichtbare Beispiele dafür sind die Mobilitätszentren in Brixen und Bruneck, an denen verschiedene Verkehrsmittel an einem Ort miteinander verknüpft werden.

“Der Bahnhof ist nicht nur der Ort, an dem ein Zug hält. Er ist der Verbindungspunkt zwischen Menschen, Orten und unterschiedlichen Verkehrsmitteln”, erklärt Landesrat Alfreider. “Wer auf nachhaltige Mobilität setzt, braucht kurze Wege, klare Verbindungen und barrierefreie Zugänge. Genau daran wollen wir gemeinsam mit RFI arbeiten.”

Nach der Unterzeichnung wird ein ständiger technischer Arbeitstisch zwischen dem Land Südtirol und RFI eingerichtet. Auch die Landesabteilung Mobilität und die Südtiroler Transportstrukturen AG STA werden an der Ausarbeitung des gemeinsamen Programms mitwirken.

Innerhalb von sechs Monaten soll eine umfassende Analyse der Bahnhöfe und ihres Umfeldes erstellt werden. Untersucht werden unter anderem die Anbindung an Buslinien, Rad- und Fußwege, Park-and-Ride-Angebote, Sharing-Dienste und Ladeinfrastrukturen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Barrierefreiheit und auf einer besseren Verbindung zwischen Bahnhof und Ortszentrum.

“Wir wollen nicht isolierte Einzelmaßnahmen planen, sondern jeden Bahnhof gemeinsam mit seinem Umfeld betrachten”, betont Alfreider. “Am Ende muss der konkrete Nutzen für die Fahrgäste stehen: leichter umsteigen, den Bahnhof sicher erreichen und die gesamte Reisekette verlässlich nutzen.”

Das Einvernehmensprotokoll bringt zunächst keine direkten finanziellen Verpflichtungen für den Landeshaushalt mit sich. Konkrete Projekte, Finanzierungen und Zuständigkeiten werden in weiteren Vereinbarungen zwischen RFI, dem Land und den jeweils betroffenen Gemeinden geregelt.

Bezirk: Bozen

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