FS Engineering hat die Planung an RFI übergeben

BBT: Projekt für Umfahrung von Bozen erreicht wichtigen Meilenstein

Mittwoch, 12. August 2026 | 12:27 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Die Arbeiten am Brennerbasistunnel und seinen Zulaufstrecken schreiten weiter voran. Vor zwei Wochen erfolgte mit dem Durchstich der beiden Haupttunnelröhren am Brenner ein historischer Meilenstein. Beim Brennerbasistunnel selbst steht nun insbesondere die Vergabe der tunneltechnischen Ausrüstung an, die noch innerhalb dieses Jahres erfolgen soll. Auch auf der Zulaufstrecke Franzensfeste–Waidbruck sind die Ausbruchsarbeiten mittlerweile in vollem Gange. Nun wurde auch bei der Umfahrung Bozen ein wichtiger Schritt erreicht.

Das Projekt ist Teil des geplanten viergleisigen Ausbaus der Brennerbahn zwischen Blumau und Branzoll. Ziel ist es, den Güterverkehr künftig weitgehend unterirdisch an Bozen vorbeizuführen und dadurch die bewohnten Gebiete in Kardaun, Rentsch, Bozen, Leifers und Branzoll nachhaltig vom Bahnlärm zu entlasten.

Projekt am 31. Juli an RFI übergeben

Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider erinnert daran, dass der italienische Schienennetzbetreiber RFI bereits vor rund drei Jahren die Schwestergesellschaft FS Engineering mit der Ausarbeitung des Projekts beauftragt hatte. Nun wurde ein entscheidender Planungsschritt abgeschlossen: Am 31. Juli hat FS Engineering das ausgearbeitete Projekt an RFI übergeben.

„Damit liegt erstmals ein konkretes Projekt vor, das nun im Detail geprüft und mit dem Territorium diskutiert werden kann“, erklärt Alfreider. RFI werde die Unterlagen zunächst bewerten und im Herbst das Genehmigungsverfahren einleiten.

Vorgesehen ist, dass ab Mitte September zunächst die betroffenen Gemeindeverwaltungen detailliert über das Projekt informiert werden. Anschließend beginnt die vertiefte Auseinandersetzung mit den Planungsunterlagen. Aufgrund der bisherigen guten Zusammenarbeit haben wir weiterhin großes Vertrauen auf ein gutes Ergebnis mit RFI.

Beobachtungsstelle koordiniert Anliegen des Territoriums

Eine zentrale Rolle wird dabei die BBT-Beobachtungsstelle übernehmen. Sie wird die Anliegen und Verbesserungsvorschläge des Landes und der betroffenen Gemeinden bündeln und im weiteren Verfahren koordinieren. Für die fachliche Prüfung der Planungsunterlagen werden auch Techniker des Vertrauens beigezogen.

„Jetzt beginnt für uns die entscheidende Phase“, erklärt Martin Ausserdorfer, Direktor der BBT-Beobachtungsstelle. „Es wird ein intensiver Prozess, bei dem es einen sachlichen und fairen Austausch zwischen allen Beteiligten braucht. Wir wissen, dass die Erwartungshaltung in den betroffenen Gemeinden und bei der Bevölkerung groß ist. Im Herbst geht es deshalb um die konkreten Inhalte und Details des Projekts.“

BBT

Positiv sei, so Ausserdorfer, dass bereits während der Planungsphase ein Austausch mit RFI und FS Engineering stattgefunden habe. „Wir haben bereits im Vorfeld spezifische Bedenken und technische Wünsche aus dem Territorium eingebracht. Nun werden wir genau prüfen, wie diese im Projekt berücksichtigt wurden und wo weitere Verbesserungen notwendig und möglich sind.“

Breites Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren

Nach der Vorstellung des Projekts beginnt ein umfassendes Beteiligungs- und Genehmigungsverfahren. Dabei erhalten Grundbesitzer, Anwohner, Gemeinden und das Land die Möglichkeit, ihre Stellungnahmen, Bedenken und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Gleichzeitig werden die zuständigen Landesämter ihre fachlichen Gutachten erstellen und die betroffenen Gemeinderäte mit dem Projekt befasst.

Die eingegangenen Stellungnahmen und Gutachten bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Behandlung des Projekts. Erst nach Abschluss der vorgesehenen Verfahrensschritte wird das Projekt dem Regierungskommissär für den Brenner-Südzulauf zur Genehmigung vorgelegt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstreicht, dass das Land diesen Prozess aktiv begleiten werde: „Wie bei den bisherigen Abschnitten des Brenner-Südzulaufs werden wir auch bei der Umfahrung Bozen bis zum Schluss konsequent verhandeln. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Gemeinden und allen Beteiligten die bestmögliche Lösung für Südtirol zu erreichen.“

Für das Land, die Gemeinden und die betroffene Bevölkerung beginnt damit im Herbst eine entscheidende Phase. Im Mittelpunkt stehen die genaue Prüfung des Projekts, seine Auswirkungen auf Bevölkerung und Territorium sowie mögliche technische Verbesserungen.

„Bei einem Infrastrukturprojekt dieser Größenordnung müssen die Interessen des Territoriums von Anfang an ernst genommen werden“, betont Ausserdorfer. „Die Umfahrung bietet die große Chance, den Bahnlärm entlang der bestehenden Strecke langfristig deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig müssen wir jetzt genau hinschauen, die Anliegen der betroffenen Bevölkerung aufnehmen und dort Verbesserungen einfordern, wo sie notwendig sind. Diese Chance müssen wir bestmöglich nutzen.“

Bezirk: Bozen

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