Alarmierende Schuh-Tests bei Shein, Temu und AliExpress

“Billig darf nicht auf Kosten der Gesundheit gehen”

Dienstag, 20. Oktober 2026 | 11:16 Uhr

Von: Matthias Knapp

Bozen – Jedes dritte Paar Schuhe fällt durch: Eine aktuelle europäische Untersuchung zu Produkten der chinesischen Onlineplattformen Shein, Temu und AliExpress liefert alarmierende Ergebnisse. Von 76 untersuchten Paar Schuhen verstießen 27 – das sind 36 Prozent – gegen mindestens eine europäische Chemikalienvorschrift. Besonders häufig wurden Grenzwerte für Weichmacher überschritten. Noch bedenklicher: Acht von zehn getesteten Sicherheitsschuhmodellen erfüllten wesentliche Schutzanforderungen nicht.

„Diese Zahlen müssen uns wachrütteln. Wer billig einkauft, darf nicht mit seiner Gesundheit bezahlen! Wenn Produkte europäische Sicherheitsstandards nicht erfüllen, hört sich der Spaß beim Schnäppchenjagen auf“, betont Markus Rabanser, Präsident der Fachgruppe Mode im Wirtschaftsverband hds.

Die Ergebnisse der Untersuchung des Europäischen Schuhverbands CEC zeigen laut hds einmal mehr die Schattenseiten des internationalen Billig-Onlinehandels auf. „Unsere heimischen Handelsbetriebe müssen strenge Vorschriften einhalten, während über internationale Plattformen offensichtlich immer wieder Produkte auf den europäischen Markt gelangen, die diesen Standards nicht entsprechen. Das ist weder fairer Wettbewerb noch verantwortungsvoller Konsumentenschutz“, kritisiert Rabanser. Der hds fordert deshalb wirksame Kontrollen und eine konsequente Verantwortung der Onlineplattformen für die angebotenen Produkte.

Gleichzeitig sieht der Modepräsident in den Ergebnissen einen klaren Auftrag, den Wert des lokalen Fachhandels wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. „Ein Geschäft vor Ort ist weit mehr als eine Verkaufsstelle. Hier treffen Kunden auf Fachwissen, persönliche Beratung, individuellen Service und einen verlässlichen Ansprechpartner. Man kann Produkte sehen, anfassen, anprobieren und sich von deren Qualität überzeugen. Dieses Vertrauen kann kein noch so günstiger Klick ersetzen“, unterstreicht Rabanser.

Gerade bei Schuhen und Bekleidung seien Passform, Material, Verarbeitung und Qualität entscheidende Kaufkriterien. Hinzu kommen die persönliche Betreuung und der Service auch nach dem Kauf.

„Der billigste Preis ist nicht automatisch das beste Geschäft. Wer lokal einkauft, entscheidet sich für Qualität, Vertrauen und persönliche Betreuung – und stärkt gleichzeitig unsere Betriebe, Arbeitsplätze und lebendigen Ortszentren“, so Rabanser abschließend.

Bezirk: Bozen

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