"Fairer Wettbewerb braucht wirksame Kontrollen und Konsequenzen"

China-Pakete: Neue Zollgebühren zeigen Wirkung

Montag, 07. September 2026 | 10:38 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Bozen – Die seit 1. Juli 2026 geltenden EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten zeigen in Europa erste Wirkung: In Frankreich etwa sind laut aktuellen Zahlen des französischen Zolls die Einfuhren von Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro – insbesondere aus China – um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Für diese Warensendungen werden seit Juli je nach Warenkategorie Gebühren von drei Euro erhoben.

Der Wirtschaftsverband hds bewertet diese Entwicklung positiv. „Das ist ein wichtiges Signal. Unsere heimischen Händler müssen sich einem Wettbewerb stellen können, der nach denselben Regeln funktioniert. Wer Waren in der EU verkauft, muss auch dieselben Standards, Pflichten und Kosten einhalten“, betont hds-Präsident Philipp Moser.

Für Entwarnung sei es jedoch zu früh. Noch immer gelangen täglich Millionen Pakete aus Fernost auf den europäischen Markt. „Die Zollgebühr ist ein erster Schritt, sie löst das Problem aber nicht allein. Regelverstöße dürfen kein Geschäftsmodell und schon gar kein Wettbewerbsvorteil sein“, so Moser.

Der hds fordert deshalb rasche und wirksame Kontrollen sowie eine möglichst schnelle Einführung des geplanten europäischen Customs Data Hub, über den Zolldaten von Importeuren und Onlinehändlern aus Drittstaaten zentral erfasst und Auffälligkeiten schneller erkannt werden sollen.

„Wer wiederholt gegen europäische Vorschriften verstößt, muss mit spürbaren Sanktionen bis hin zu einer Sperre rechnen. Nur so schaffen wir dauerhaft faire Wettbewerbsbedingungen für unsere Betriebe“, unterstreicht Moser abschließend.

Bezirk: Bozen

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