Offizielle Feier zum Tag der Autonomie beginnt im Kurhaus

Staatsoberhäupter von Italien und Österreich in Meran eingetroffen

Samstag, 05. September 2026 | 11:46 Uhr
Update

Von: Redaktion Südtirol News

Meran – Die Feier zum 80. Jahrestag der Unterzeichnung des Pariser Vertrages am Tag der Autonomie 2026 ist im Gange: Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und der Österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen sind im Kurhaus Meran eingetroffen. Um 11 Uhr hat die offizielle Festveranstaltung im Kursaal begonnen.

Seit dem frühen Morgen haben sich die geladenen Gäste im Kurhaus eingefunden. Auf der Kurpromenade vor dem Kurhaus versammelten sich zudem zahlreiche Medienvertreterinnen und Medienvertreter sowie Zaungäste, Bürgerinnen und Bürger, um das Eintreffen der Staatspräsidenten mitzuerleben. Auch die Stadtmusikkapelle sowie Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen und Verbänden aus Meran waren zum Empfang gekommen.

Der Präsident der Italienischen Republik, Sergio Mattarella, traf mit seiner Delegation am Kurhaus ein. Landeshauptmann Arno Kompatscher, Regierungskommisärin Maddalena Travaglini und Merans Bürgermeisterin Katharina Zeller begrüßten ihn vor dem Kurhaus.

Anschließend traf der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen gemeinsam mit seiner Frau Doris Schmidauer ein. Der Bundespräsident kam zu Fuß über die Kurpromenade zum Kurhaus.

Präsident Mattarella begrüßte Van der Bellen. Die beiden Staatspräsidenten gingen anschließend gemeinsam in das Kurhaus, wo die Delegationen bereits versammelt waren. Nach der Vorstellung der Delegationen begeben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Kursaal. Um 11 Uhr beginnt im Kursaal des Kurhauses Meran die offizielle Feier zum 80. Jahrestag der Unterzeichnung des Pariser Vertrages am Tag der Autonomie 2026.

Der Festakt wird ab 11 Uhr live auf dem Youtube-Kanal des Landes Südtirol übertragen.

Update: Die italienischen und österreichischen Nationalhymnen eröffneten den Festakt. Nach einem musikalischen Beitrag des Haydn Orchesters von Bozen und Trient mit dem Geiger Julian Kainrath richtete Landeshauptmann Arno Kompatscher seine Ansprache an die beiden Staatsoberhäupter und die Festgäste.

Kompatscher erinnerte daran, dass das Abkommen von 1946 zunächst als Enttäuschung wahrgenommen worden sei. Die erhoffte Rückkehr Südtirols zu Österreich war ausgeblieben. Es folgten politische Auseinandersetzungen, die Befassung der Vereinten Nationen und bilaterale Verhandlungen, die zum Südtirol-Paket von 1969 und zum zweiten Autonomiestatut führten. “Es war also die Notwendigkeit der Umsetzung des Pariser Vertrages, die zum Südtirol-Paket und somit auch zum zweiten Autonomiestatut führte”, betonte Kompatscher.

Zugleich hob er hervor, dass der Pariser Vertrag zentrale Grundpfeiler des heutigen Minderheitenschutzes festlegte: muttersprachlichen Unterricht, die Gleichstellung der deutschen und italienischen Sprache, den gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Ämtern sowie autonome Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse.

Heute hätten diese Schutzinstrumente ihre Wirkung entfaltet und gäben allen drei Sprachgruppen Sicherheit. Sie seien der Boden, “auf dem aus einem friedlichen Nebeneinander Schritt für Schritt ein wertschätzendes Miteinander wächst”. Auch wirtschaftlich habe sich Südtirol dank der Autonomie stark entwickelt. “Autonomie bedeutet für uns Verantwortung”, sagte Kompatscher.

Mit Blick auf die Zukunft verwies der Landeshauptmann auf die Weiterentwicklung und Absicherung der Autonomie. Ziel sei es, sie als “wirksames Schutz- und Entwicklungsinstrument” zu bewahren, Identitäten zu stärken und zugleich den Mehrwert der Vielfalt zu nutzen. Die europäische Einigung ermögliche es, “das Trennende zu überwinden” und in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino “an einem kleinen Europa in Europa zu bauen”.

Kompatscher betonte die Bedeutung von Kompromiss, Rechtsstaatlichkeit, Völkerrecht, Diplomatie und internationaler Zusammenarbeit. Der Erfolg sei “nicht in den Schoß gefallen”, sondern Ergebnis zäher Verhandlungen und des Willens zur friedlichen Lösung.

Für die Zukunft wünschte Kompatscher sich ein Südtirol,  das “seinen Menschen mit ihren starken Wurzeln und Traditionen Heimat gibt und zugleich weltoffen, europäisch und mehrsprachig ist – ein Südtirol, das “aus Vergangenem seine Lehren zieht und zuversichtlich nach vorne blickt”.

Bezirk: Burggrafenamt

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