Neue Zufahrt sorgt für Kritik

Seiser Alm: “Eine weitere Wunde in der Landschaft”

Freitag, 04. September 2026 | 11:03 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Kastelruth – Eine neu gebaute Zufahrtsstraße zu einer privaten Hütte sorgt auf der Seiser Alm für Kritik des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz. Nach jahrelangem Rechtsstreit sei die Straße nun genehmigt und gebaut worden. Laut Dachverband rückten die Bagger rund um Ferragosto an.

Die neue Trasse führt demnach durch artenreiche Feuchtwiesen und verläuft in unmittelbarer Nähe des Feuchtbiotops Col da Fil. Der Dachverband spricht von einem weiteren Eingriff in eine bereits stark erschlossene Landschaft.

„Die Seiser Alm ist bereits bestens erschlossen“, kritisiert Vorsitzende Elisabeth Ladinser. Der Nutzen einer zusätzlichen Zufahrt zu einer einzelnen, überwiegend als Sommerresidenz genutzten Hütte stehe aus Sicht des Verbands in keinem Verhältnis zu den Auswirkungen auf Landschaft und Artenvielfalt.

Der Dachverband fordert deshalb im Zuge der Überarbeitung des Gebietsplans strengere Vorgaben. Unter anderem geht es um einen Verzicht auf weiteren Straßen- und Wegebau, eine ökologischere Bewirtschaftung der Weideflächen, weniger Gülleausbringung sowie mehr Entsiegelung und Renaturierung. Auch das Mobilitätskonzept und die Zahl der Parkplätze auf der Seiser Alm sollen aus Sicht der Umweltschützer neu gedacht werden.

Besonderen Schutz fordert der Verband für die Puflatsch- und Hartlwiesen, deren Ausweisung als Biotop bereits 2024 beantragt wurde. Zudem unterstützt er Forderungen nach einem besseren Schutz des Langkofels und einer Erweiterung des Naturdenkmals Steinerne Stadt.

Geschäftsführer Hanspeter Staffler appelliert, die laufende Überarbeitung des Gebietsplans zu nutzen, um die Artenvielfalt auf der Seiser Alm langfristig zu stärken.

Bezirk: Bozen, Salten/Schlern

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