Projekt von Doppelmayr

Die zwinkernde und errötende Standseilbahn von Prag

Dienstag, 22. September 2026 | 15:40 Uhr

Von: Matthias Knapp

Prag – Die Petřín-Standseilbahn gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Prags. Nach einer umfassenden Modernisierung verbindet sie nun ihre über 130-jährige Geschichte mit zeitgemäßer Technik und einem neuen Fahrzeugdesign. Eine Besonderheit ist die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen beim Kreuzen.

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1891 ist die Petřín-Standseilbahn fester Bestandteil des Stadtbilds von Prag. Mit jährlich rund 2,5 Millionen Fahrgästen ist die seilgezogene Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Petřín-Hügel sowohl wichtiger Bestandteil des öffentlichen Verkehrs in der Hauptstadt als auch eine der beliebtesten Attraktionen des Landes. Der Petřín-Hügel gilt darüber hinaus als traditioneller Treffpunkt für Verliebte und gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten der Stadt.

Gemeinsam mit Prager Verkehrsbetrieb DPP, Doppelmayr Tschechien, dem Fahrzeughersteller CWA und der Designerin Anna Marešová hat Garaventa die traditionsreiche Seilbahn umfassend modernisiert. Nun hat die traditionsreiche Petřín-Standseilbahn ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Arbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum rund eineinhalb Jahren. Der Fahrgastbetrieb läuft ab sofort täglich von 7.00 bis 22.15 Uhr im Zehn-Minuten-Takt.

Im Rahmen der Erneuerung wurde die rund 500 Meter lange Anlage technisch umfassend modernisiert. Die Arbeiten umfassten die Erneuerung der gesamten Streckeninfrastruktur und des Zugseils sowie die Installation eines neuen Elektromotors und einer neuen Steuerung. Auch das Sicherheitskonzept wurde weiterentwickelt: Die neuen Fahrwerke verfügen jetzt über Fangbremsen, die direkt auf die Schienen wirken.

Neue Fahrzeuge mit spielerischem Element

Herzstück sind die beiden speziell designten Fahrzeuge. Die Gestaltung stammt von der bekannten tschechischen Designerin Anna Marešová. Ihr Entwurf verbindet klassische Elemente der historischen Fahrzeuge mit einer unverwechselbaren Formensprache. Großzügige Verglasungen eröffnen neue Ausblicke auf die Prager Altstadt und den Petřín-Hügel und machen die Fahrt selbst zum Erlebnis.

Auch die besondere Bedeutung des Ortes floss in das Design von Anna Marešová ein. Der Petřín gilt in Prag als „Hügel der Liebe“. An der Ausweiche, wo sich die zwei Fahrzeuge kreuzen, begegnen sich die beiden Fahrzeuge mit einem spielerischen Lichtsignal: Ein Wagen „zwinkert“ mit einem Lichtblitz, während der andere errötet. Welcher Wagen welche Rolle übernimmt, wechselt dabei zufällig und sorgt so für einen überraschenden Moment während der Fahrt.

„Die Petřín-Standseilbahn ist weit mehr als ein Verkehrsmittel. Die Menschen in Prag fühlen sich mit ihr verbunden. Deshalb war es mein Ziel, auf ihrer langen Geschichte aufzubauen und etwas Neues zu schaffen, das den besonderen Charakter dieses Ortes bewahrt. Gleichzeitig standen die grandiosen Ausblicke auf die Stadt stets im Mittelpunkt unseres Entwurfs“, sagt Anna Marešová, Designerin der Fahrzeuge.

„Die Modernisierung der Petřín-Standseilbahn war geprägt von der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Gemeinsam mit dem Kunden, Doppelmayr Tschechien, CWA und der Designerin Anna Marešová konnten wir dieses Projekt realisieren, das den historischen Charakter der Bahn bewahrt und gleichzeitig den Anforderungen eines modernen Verkehrsmittels gerecht wird“, sagt David Koller, Projektleiter Verkauf bei Garaventa.

100-FUL Petřín, Prag (CZE)

Kunde: Dopravní podnik hl. m. Prahy

Schräge Länge: 494 m

Höhenunterschied: 126 m

Förderleistung: 1‘400 P/h

Fahrgeschwindigkeit: 4 m/s

Eröffnung: 09/2026

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