Von: Sophia Molitor
Bozen – Heizung und Kühlung machen rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in der EU aus. Eine Verringerung des Verbrauchs in diesem Bereich ist daher ein wichtiger Hebel, um Energiekosten zu senken und die Klima- und Energieziele zu erreichen. Gleichzeitig kommt die Energiewende in diesem Bereich bislang nur langsam voran. Hier setzt BetterLIFE an: Das Projekt unterstützt lokale und regionale Behörden (LRAs) dabei, gemeinsam tragfähige lokale Wärme- und Kältepläne zu entwickeln – einschließlich Strategien für den schrittweisen Rückbau von Gasnetzen.
Das von der Europäischen Kommission im Rahmen des LIFE-Programms geförderte Projekt läuft vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2029. Für die dreijährige Laufzeit steht ein Gesamtbudget von rund 1,84 Millionen Euro zur Verfügung, davon knapp 1,75 Millionen Euro aus EU-Mitteln.
Koordiniert wird BetterLIFE von Eurac Research in Bozen. Insgesamt sind zwölf Partner aus mehreren europäischen Ländern beteiligt, darunter die Technische Universität Wien, Energy Cities, die Stadt Dublin, die Gemeinde Almada, die Gemeinde Gabrovo, das IREES – Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien und die National Technical University of Athens. Gemeinsam entwickeln und erproben sie Lösungen für eine nachhaltigere Wärme- und Kälteversorgung in verschiedenen europäischen Regionen.
Die drei Säulen des Projekts sind der Gebäudesektor, ein Open-Source- und Open-Code-Tool zur Finanzbewertung sowie bereits entwickelte Werkzeuge des Projektkonsortiums. BetterLIFE konzentriert sich auf Wohn- und Dienstleistungsgebäude und berücksichtigt dabei insbesondere Raumheizung, Raumkühlung und Warmwasserbereitung. Gleichzeitig bleibt auch die Industrie mit ihrer Prozesswärme und -kühlung im Blick.
Auf Grundlage mehrerer EU-Projekte wird das Open-Source- und Open-Code-Tool „BetterLIFE Financial Assessment Tool“ an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Es soll zentrale Akteure dabei unterstützen, gemeinsam lokale Wärme- und Kältepläne (LHCPs) zu entwickeln. Ergänzend kommen bestehende Werkzeuge des Konsortiums zum Einsatz, darunter die „Hotmaps Toolbox“ und das „CoolLIFE“-Tool. Sie unterstützen die Planung von Maßnahmen im Bereich Heizen und Kühlen. Die wichtigsten Zielgruppen werden zudem im Umgang mit den Tools geschult.
Pilotprojekte sollen die langfristige Tragfähigkeit erproben
Anhand von fünf Pilotprojekten in Nord-, Mittel-, Süd-, West- und Osteuropa soll erprobt werden, wie sich unter unterschiedlichen klimatischen und sozioökonomischen Bedingungen praktikable lokale Wärme- und Kältepläne entwickeln und umsetzen lassen.
Im Mittelpunkt der fünf Pilotprojekte stehen unterschiedliche Herausforderungen: der Ausbau der Fernwärmeversorgung in Dublin (Irland), die Planung der Stilllegung des Gasnetzes in Maribor (Slowenien), die Entwicklung der Fernkälteversorgung in Athen (Griechenland), alternative Lösungen für die Raumkühlung und die Bekämpfung von Energiearmut in Almada (Portugal) sowie eine nachhaltige, auf erneuerbaren Energien basierende Wärmeversorgung in Gabrovo (Bulgarien).
Damit die Ergebnisse von BetterLIFE auch über das Projektende hinaus Wirkung entfalten, wird die sogenannte „Community of Practice“ (CoP) die Pilotprojekte weiterhin begleiten und die lokalen Arbeitsgruppen beratend unterstützen.
Auch die sogenannten Replikatoren tragen zur weiteren Verbreitung der Projektergebnisse bei: Sie übernehmen zentrale Erkenntnisse und Lösungen von BetterLIFE in ihren jeweiligen Anwendungsbereichen und übertragen sie auf weitere Standorte und Einsatzgebiete.




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