Von: importer
Wegen hoher Gaspreise und einer schwachen Nachfrage hat der tschechische Ammoniak- und Düngemittelhersteller AGF Nitrogen Teile seiner Produktion in Europa gestoppt. Weitere Anlagen könnten innerhalb weniger Wochen folgen, sagte Konzernchef Petr Cingr in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Zum tschechischen Konzern gehört auch die LAT Nitrogen Linz GmbH, die frühere Düngemittelsparte der Borealis im Chemiepark Linz.
“Die Lage stellt sich heute so dar: Entweder beginnt der Markt jetzt zu kaufen, oder wir werden binnen Wochen einige weitere Anlagen abschalten müssen, weil wir unsere Produkte gar nicht mehr lagern können.” Das Unternehmen fahre seine Stickstoffanlagen bereits nur noch mit einer Mindestauslastung von 80 bis 85 Prozent. In Frankreich sei eine Anlage komplett stillgelegt worden, eine weitere werde immer wieder hoch- und heruntergefahren. Jedes Wiederanfahren koste einen hohen einstelligen Millionenbetrag.
Hohe Gaspreise treiben Kosten für Kunstdünger
Lieferengpässe wegen der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben die weltweiten Preise für Erdgas in die Höhe getrieben. Gas ist der wichtigste Rohstoff und Energieträger für die Herstellung von Ammoniak und Stickstoffdüngern. Die hohen Gaspreise verteuern die Produktion für Unternehmen wie AGF Nitrogen, während die gestiegenen Preise für Düngemittel das Budget vieler Landwirte sprengen.
AGF Nitrogen gehört zum tschechischen Mischkonzern Agrofert, der vom Milliardär und Ministerpräsidenten Andrej Babis gegründet wurde. Das Unternehmen betreibt insgesamt acht Ammoniak-Produktionslinien in Frankreich, Deutschland, der Slowakei und Österreich und deckt damit rund 20 Prozent des europäischen Marktes ab.




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