Von: Redaktion Südtirol News
Brixen/Naturns – „Basta? Reicht’s?“ – unter diesem Motto lädt die OEW mit dem Südtiroler Gemeindenverband Ende November zu Veranstaltungen rund um einen schonenden Umgang mit Ressourcen ein. Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung rücken sie lokale Initiativen für Wiederverwendung, Reparatur und Abfallvermeidung in den Mittelpunkt. Den Auftakt bildet am Samstag, 21. November, ein „Markt der Möglichkeiten“ in Brixen und in Naturns. Mehr als sechs Gemeinden nehmen mit kleineren Aktionen an der Aktionswoche teil. Höhepunkt ist die Tagung in Bozen am 27. November unter dem Titel „Reicht’s? Basta! – Ressourcen wertschätzen, Abfall vermeiden“.
Muss es immer etwas Neues sein? Oder lässt sich das, was wir bereits haben, länger nutzen, reparieren, teilen oder weitergeben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die OEW – Organisation für Eine solidarische Welt im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung vom 21. bis 29. November. Gemeinsam mit lokalen Partnern zeigt sie, wie Abfallvermeidung im Alltag gelingen kann und welche Angebote es dafür in Südtirols Gemeinden bereits gibt.
Im Mittelpunkt der Woche steht die Tagung „Reicht’s? Basta! – Ressourcen wertschätzen, Abfall vermeiden“ am 27. November im Pastoralzentrum in Bozen, organisiert von OEW, Südtiroler Gemeindenverband und REX-Material und Dinge. Von 9.00 bis 12.30 Uhr stellen Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung Projekte und konkrete Ansätze vor, die Gemeinden neue Wege aufzeigen sollen, um Abfälle zu vermeiden und Ressourcen besser zu nutzen. Den Auftakt macht Asia Trambaioli, Vizebürgermeisterin von Gaiba und Präsidentin der Associazione dei Comuni Virtuosi. Anschließend spricht Carola Kurz von REX-Material und Dinge. Lena Lehrer von der Uni Bamberg wird online zugeschaltet. Weitere Beiträge kommen von Giulio Angelucci vom Amt für Abfallwirtschaft und Silvia Tomasi von Eurac Research. Auf dem Programm stehen unter anderem die Bestrebungen des Landes zur Abfallwirtschaft, soziale Aspekte der Nachhaltigkeit sowie Initiativen zur Materialsuffizienz, die in Südtiroler Gemeinden bereits umgesetzt werden oder in Planung sind. Den Abschluss bildet ein von Evi Keifl moderierter runder Tisch. Es diskutieren Giulio Angelucci (Amt für Abfallwirtschaft), Klaus Egger (Sonderbeauftragung Nachhaltigkeit), Emily Guerra (Materialinitiative Südtirol), Matthias Fulterer (SEAB) und Harald Reiterer (Südtiroler Transportagentur).
Die Tagung ist zweisprachig, wird aber nicht simultan übersetzt. Sie richtet sich an Gemeindevertreterinnen und -vertreter, aber auch an alle Interessierten. Eine Anmeldung ist unter verwaltungsschule@gvcc.net erforderlich. Auch eine Online-Teilnahme ist möglich, der Link wird nach der Anmeldung zugesendet.
Neben der Tagung stehen weitere Aktionen auf dem Programm. Am Samstag, 21. November, verwandeln sich der Große Graben in Brixen und der Platz vor der Raiffeisenkasse in Naturns von 9:00 bis 12:00 Uhr in einen „Markt der Möglichkeiten – La Piazza del Riuso“. Lokale Initiativen, Vereine und Organisationen stellen dort ihre Angebote zum Reparieren, Tauschen, Ausleihen und Wiederverwenden vor. In Brixen sind es u. a. das Repair Café, die Zeitbank, der Tauschmarkt Pumuckl, Bici’s by REX und der Flicktreff, die auf unterschiedliche Weise zeigen: Vieles muss man nicht selbst besitzen, um es nutzen zu können. Und nicht alles, was kaputt ist, gehört gleich in den Müll. In Naturns stellen u. a. die Kleiderstube, die Essenstafel und AlpsGo Carsharing ihre Angebote vor. Die Initiativen bieten Informationen genauso wie kleinere Aktivitäten für Klein und Groß.
Auch in Gemeinden wie Bruneck, Latsch, Schlanders, Neumarkt (Laag), Schluderns, Riffian und Kuens engagieren sich Gemeinden und Bürger mit eigenen Aktionen. Sie zeigen, wie sich Abfallvermeidung vor Ort umsetzen lässt, und setzen Impulse für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen – sowohl im Alltag der Menschen als auch in den Gemeinden selbst.
In Brixen steht das Thema Ressourcenschonung an folgenden Tagen nochmals ganz speziell im Fokus. Am Montag, 23. November, zeigen OEW, Stadtwerke und REX gemeinsam mit dem Filmclub Brixen im Astra die Komödie „100 Dinge“ und am Dienstag, 24. November, dreht sich um 19:30 Uhr beim Diskussionsabend „Ans Eingemachte“ in Zusammenarbeit mit dem Kulturkeller Dekadenz alles um nachhaltigen Personenverkehr. Drei Experten diskutieren mit Moderatorin Maria Lobis, wie Mobilität ressourcenschonender gestaltet werden kann und welche Veränderungen es dafür braucht.
„Es gibt viele Möglichkeiten, Ressourcen zu schonen und mehr wertzuschätzen: von einem bewussteren Umgang mit Rohstoffen und besseren Recyclingangeboten über nachhaltige Mobilität bis hin zu Gemeinschaftsgärten und einer regionalen, saisonalen Ernährung. Wichtig ist, dass Gemeinden und Bürger gemeinsam daran arbeiten und alle davon profitieren können“, sagt Verena Dariz, Bereichsleiterin für bewussten Konsum bei der OEW und Koordinatorin der Aktionswoche. Deshalb seien auch Schulen, Vereine, Gruppen und weitere Gemeinden eingeladen, sich mit eigenen Initiativen zu beteiligen. Unterstützung bietet eine Aktionsmappe der OEW, die unter https://www.oewplus.org/de/angebote/aktionswochen/europaeische-wochen-der-abfallvermeidung abrufbar ist. Sie enthält Best-Practice-Beispiele aus Südtirol und zeigt, welche Initiativen bereits umgesetzt werden und wie andere davon lernen und eigene Ideen entwickeln können.
Auch Dominik Oberstaller, Präsident des Südtiroler Gemeindenverbands, unterstreicht die Bedeutung der Abfallvermeidung: „Für uns ist wichtig zu betonen, dass der beste Abfall in unseren Gemeinden der ist, der gar nicht erst entsteht. Die Gemeinden können wichtige Impulse setzen, Bewusstsein schaffen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Wege zur Abfallvermeidung aufzeigen.“
Die Europäische Woche der Abfallvermeidung steht heuer unter dem Schwerpunkt „Ressourcen wertschätzen, bewusst entscheiden.“ Dahinter steckt eine einfache Idee: Wer Gegenstände länger nutzt, repariert, teilt oder gebraucht kauft, spart Rohstoffe und vermeidet Abfall, bevor er entsteht.




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