100 Drehtage und Wertschöpfung von über fünf Millionen Euro

Zweite Förderrunde: Elf der 20 Filmprojekte „Made in Südtirol“

Montag, 29. Juni 2026 | 12:22 Uhr

Von: mk

Bozen – Vom Familienfilm „Lassie“ über eine Doku zur Südtiroler Band „Shanti Powa“ bis zum neuesten Bergfilm von Reinhold Messner – die Palette der Filmvorhaben, die im zweiten Call des Jahres zum Zug kommen, ist breit. Insgesamt 20 Projekte werden von IDM Südtirol gefördert. Elf kommen aus Italien, davon sieben aus Südtirol. Vier Vorhaben stammen aus Deutschland und je eines aus Österreich, der Schweiz, Großbritannien, den Niederlanden und aus Singapur. Elf der finanzierten Projekte fallen in die Kategorie „Made in Südtirol“; das bedeutet, dass Schlüsselpositionen wie Regie, Produktion oder Drehbucherstellung in Südtiroler Hand sind. Rund 100 Tage soll für die geförderten Filmvorhaben im Land gedreht werden, sie bringen Südtirol eine Wertschöpfung von über fünf Millionen Euro.

„Laut unseren Förderregeln muss jede Filmproduktion mindestens 150 Prozent der beantragten Fördersumme in Südtirol ausgeben. Die Wertschöpfung von über 350 Prozent, die wir bei dieser Förderrunde erwarten, ist somit überdurchschnittlich hoch. Zugute kommt sie allen Südtiroler Filmschaffenden und Dienstleister:innen, die an der Produktion beteiligt sind, und letztendlich der gesamten Branche, die sich durch solche Projekte weiterentwickelt“, sagt Margit Gamper, Direktorin Business Development von IDM. Unterstützt werden acht Projekte in der Produktion – vier Filmprojekte und vier Dokumentationen -, neun in der Produktionsvorbereitung und drei Kurzfilmprojekte.

Zu den elf Projekten mit dem Etikett „Made in Südtirol“ zählt die Doku „Shanti Powa – Music is our Weapon”, gefördert in der Produktion. Der Eppaner Journalist und Autor Christoph Franceschini hat das Drehbuch geschrieben und führt Regie. Die Doku, die von Albolina Film aus Bozen produziert wird, begleitet die Südtiroler Band Shanti Powa bei der Entstehung ihres fünften Studioalbums und zeigt die Menschen hinter der Musik.

In der Produktion unterstützt wird auch das neueste Projekt von Reinhold Messner und seiner Dolomites Film. Der Dokumentarfilm „Das Vermächtnis“ schildert eine der außergewöhnlichsten und umstrittensten Unternehmungen der Alpingeschichte: die deutsch-österreichische Expedition zum Nanga Parbat im Jahr 1953. Messner schrieb das Treatment zum Film und übernimmt die Regie.

Die Boznerin Cornelia Schöpf ist für Treatment und Regie der Doku „Italy‘s secret gardens“ verantwortlich, letzteres gemeinsam mit dem Wahlbozner Federico Campana. Die Dokumentation, die eine Produktionsförderung bekommt, zeigt italienische Gärten wie den ältesten botanischen Garten der Welt in Padua oder die Gärten der Isola Bella am Lago Maggiore und der Villa d’Este in Tivoli und erläutert, wie diese erhalten werden.

Nach „Lassie – Ein neues Abenteuer“ im Jahr 2022 wird auch „Lassie und die Legende vom wilden Bären“ von IDM in der Produktion unterstützt. Der Kinderfilm erzählt von Nova, Flo und seiner Lassie, die in einem Feriencamp Wilderern das Handwerk legen. Regie führt Mara Eibl-Eibesfeldt, das Drehbuch stammt von Andreas Cordes. An elf Tagen wird in Südtirol gedreht.

Auch die Fortsetzung von „Der Buchspazierer“ wird zum Teil in Südtirol realisiert. Hauptdarsteller in „Der Buchspazierer und die Liebe“ ist – wie im Vorgängerfilm – Christoph Maria Herbst. Produziert wird nach einem Drehbuch von Andi Rogenhagen und Carsten Henn, dem auch die Romanvorlage zu verdanken ist. Regie führt wieder Ngo The Chau.

Aus der Schweiz kommt das Projekt „Under The Ice“, dessen Drehbuch Alexander Buresch und Fabien Virayie geschrieben haben. In dem wendungsreichen Thriller unter der Regie von Jan-Eric Mack und Claudio Faeh verschwindet der Immobilienmilliardär Paul Welsch während einer Matterhorn-Besteigung. Bergretterin Eve erkennt in dem Vermissten ihren neuen Geliebten Christian und muss feststellen, dass alle Gewissheiten über ihn bröckeln.

Gefördert wird auch das Christmas Special der erfolgreichen britischen Comedy-Sitcom „The Cleaner“. Sie basiert auf der deutschen Serie „Der Tatortreiniger“ und wurde geschrieben vom Comedian Greg Davies, der auch die Titelrolle spielt. Regie führt Tom Marshall. Im Mittelpunkt steht Tatortreiniger Paul „Wicky“ Wickstead. Aufgrund eines Unfalls muss dieser seinen Skiurlaub im Rollstuhl im Hotel verbringen und spürt prompt einen Kriminalfall auf.

Die Doku „La Base. Una Storia di Confine” erzählt unter der Regie von Vittorio Curzel, von dem auch das Treatment stammt, von der ehemaligen Kaserne in Schlanders, heute unter dem Namen BASIS Vinschgau Venosta als Kreativstandort genutzt, und ihrer Geschichte im Laufe der Jahrzehnte.

„Can You Touch Me?“, ein im Rahmen des MASO-Programms von IDM entwickelter Kurzfilm, handelt von einem jungen Chinesen, der in den Südtiroler Bergen eine lebensverändernde Begegnung hat. Das Drehbuch hat Mickey Lai geschrieben, die auch Regie führt. Es produziert die Potocol Pte Ltd aus Singapur.

„Made in Südtirol“ sind wiederum die beiden anderen, von IDM geförderten Kurzfilme. In „Grenzgang“ gerät ein Tiroler Grenzpolizist in einen Konflikt zwischen beruflichen Pflichten und persönlichen Problemen. Produziert wird von Movie.mento aus Bozen. Regie hat der Brixner Lorenz Klapfer inne, das Drehbuch hat er gemeinsam mit Aaron Kerschbaumer aus Klausen verfasst.

Der Kurzfilm „Kalte Nähe“ erzählt von einem Mann, der nach Jahren auf den Hof seines Vaters zurückkehrt und dabei mit seiner problematischen Vergangenheit konfrontiert wird. Regie führt der Südtiroler Florian Tappeiner, der auch das Drehbuch schrieb. Produziert wird der Film von der Gugg OHG des Andreas von Spinn & Florian Tappeiner aus Meran.

Die Bozner Filmemacherin Maura Delpero, für “Vermiglio” mit dem Silbernen Löwen der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet und in die Short-List der Oscars aufgenommen, entwickelt mit Unterstützung von IDM das Projekt „Klimt“ weiter – ein Film, der anhand der persönlichen Geschichte dreier Mitglieder derselben Familie sowohl existenzielle als auch sozioökonomische Themen der Gegenwart behandelt. Delpero schreibt das Drehbuch und wird Regie führen.

Das historische Drama „Flügge“, ebenso in der Entwicklung unterstützt, erzählt von einer jungen Frau in einem Bergdorf kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, die davon träumt, ein Flugzeug zu bauen und davonzufliegen. Gaudenz Leopold Schraudolph entwickelt den Kinospielfilm mit seiner Koautorin, der Südtirolerin Lisa Maria Kerschbaumer.

„The Winnowing“ spielt in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Ein traumatisierter Militärarzt zieht sich darin nach Kriegsende in ein Südtiroler Dorf zurück und muss sich dort dunklen Geheimnissen stellen. Die Bozner Greif Produktion realisiert den Horrorfilm. Regie führt Alessio Liguori nach einem Drehbuch, das er mit Fabio Canepa geschrieben hat.

Regisseur RP Kahl erzählt nach einem Treatment von Lars-Olav Beier in „Heinz Rühmann – Ein Schauspielerleben“ die Geschichte des beliebten deutschen Schauspielers, dessen Rollen und Darstellungen die Sehnsüchte, Widersprüche und verdrängten Gefühle der deutschen Gesellschaft widerspiegeln. Der Film ist eine Produktion der A Company Italia aus Bozen.

Das Dokumentarfilmprojekt „Perfect Tiger“ beleuchtet den Erfolg des Tigerschutzes in Indien und dessen Auswirkungen auf Mensch und Tier. Das Treatment stammt von Nishant Shailajan und der Wahl-Südtirolerin Tamara Diepold, die gemeinsam Julian Giacomuzzi auch Regie führt.

Viel Südtirol steckt im Animationsprojekt „Nanà“. Die Meraner Da Palmer Film erzählt von einem kleinen Mädchen, das mit Hilfe einer magischen Brille Tiere versteht. Gemeinsam mit ihren Freunden – der Krähe Geremia und dem Kätzchen Micia – erlebt sie kleine und große Abenteuer. Das Drehbuch zum Serienprojekt stammt von der Südtirolerin Tanja Schweigl.

„Sotto i Nostri Occhi“ begleitet Personen, die von Missbrauch durch Geistliche in Südtirol betroffen sind, nach der ersten unabhängigen Untersuchung, welche die Diözese Bozen-Brixen in Auftrag gegeben hat. Regisseur und Autor des Treatments ist Luca Bedini.

Der Animationsfilm „Dolasilla – Principessa del Destino“ greift eine der bekanntesten Dolomitensagen auf: Die Sagenwelt der Fanes um König Proserpio und seine Tochter Dolasilla. Das Drehbuch verfassen Anita Rivaroli und Carlo Zoratti.

Schließlich fördert IDM auch die Vorbereitung der niederländischen Doku „Der Deserteur” über die Geschichte von Ignaz Fürgler. Für den Film begeben sich zwei seiner Urenkel auf die Spuren des Südtirolers. Der SS-Rekrut wandelte sich zum Widerstandskämpfer in Holland, wo er jung starb.   Das Treatment stammt von Luna Fürgler, einer der beiden Urenkel. Regie führt Willy Lindwer.

Nachstehend folgen die Details zu den geförderten Projekten des zweiten Einreichtermins 2026:

Produktionsförderung:

1. Under The Ice (Arbeitstitel)

2. Lassie und die Legende vom wilden Bären (Arbeitstitel)

3. The Cleaner Christmas Special 2026 (Arbeitstitel)

4. Der Buchspazierer und die Liebe (Arbeitstitel)

5. Shanti Powa – Music is our weapon (Arbeitstitel)

6. Das Vermächtnis (Arbeitstitel)

7. Italy’s Secret Gardens (Arbeitstitel)

8. La Base. Una storia di confine (Arbeitstitel)

Produktionsvorbereitungsförderung:

1. Klimt (Arbeitstitel)

2. Flügge (Arbeitstitel)

3. Der Deserteur (The Deserter) (Arbeitstitel)

4. Perfect Tiger (Arbeitstitel)

5. The Winnowing (La Vagliatura) (Arbeitstitel)

6. Nanà (Arbeitstitel)

7. Sotto i Nostri Occhi (Arbeitstitel)

8. Dolasilla – Principessa del destino (Arbeitstitel)

9. Heinz Rühmann – Ein Schauspielerleben (Arbeitstitel)

Kurzfilmförderung:

1. Can You Touch Me? (Arbeitstitel, Projekt MASO#2)

2. Grenzgang (Arbeitstitel)

3. Kalte Nähe (Arbeitstitel)

PRODUKTIONSFÖRDERUNG

1. Under The Ice (Arbeitstitel)

Inhalt: Als der zurückgezogen lebende Immobilienmilliardär Paul Welsch am Matterhorn verschwindet, beginnt für die Zermatter Bergrettung ein Wettlauf gegen die Zeit. Bergretterin Eve erkennt, dass der Vermisste ihr neuer Geliebter Christian ist, der unter falscher Identität lebte. War alles nur eine Lüge? Während die Suche andauert, verdichten sich die Hinweise, dass Welsch keinen Unfall hatte, sondern auf der Flucht ist. Seine Tochter Frederike stößt auf Familiengeheimnisse und Machtkämpfe im Unternehmen. Internationale Ermittlungen enthüllen ein kriminelles Netzwerk, das ihr Vater aufgebaut haben soll. Als Eve und Frederike der Wahrheit näherkommen, geraten auch sie in Gefahr.

Produktion: C-FILMS AG (Zürich)

Drehbuch: Alexander Buresch, Fabien Virayie

Regie: Jan-Eric Mack, Claudio Faeh

Genre: Thriller

Projektart: TV/Streaming-Projekt, Langfilm, Fiction, Serienformat

Drehtage Südtirol: 41 von insgesamt 65

 

Bezirk: Bozen

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