Landesrätin Mair fordert Aufklärung

Acht Fahrzeuge verunglücken auf der MeBo: “Von Polizeibehörden keine Spur”

Donnerstag, 10. September 2026 | 15:55 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Vilpian – Ein Unfall mit acht beteiligten Fahrzeugen hat am Mittwochabend, 9. September, auf der MeBo bei Vilpian für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Drei Menschen wurden verletzt und ins Bozner Krankenhaus gebracht, darunter eine schwangere Frau. Schwer verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die Fahrzeuge waren auf der regennassen Fahrbahn ins Rutschen geraten, dann kam es zum Aufprall. Vor Ort waren die Freiwillige Feuerwehr Vilpian und der Rettungsdienst im Einsatz. Es kam zu erheblicher Staubildung.

Nach Angaben von Landesrätin Ulli Mair (Freiheitliche) waren jedoch über längere Zeit weder Verkehrspolizei noch Carabinieri vor Ort.

Mair bezeichnete die Situation als „inakzeptabel“ und forderte eine umgehende Klärung. Die freiwilligen Einsatzkräfte hätten die Unfallstelle abgesichert, Erste Hilfe geleistet und teilweise stundenlang auf die staatlichen Sicherheitskräfte gewartet.

Besonders problematisch sei dies wegen der Gefahren auf einer stark befahrenen Schnellstraße. Die Feuerwehrleute dürften nicht zusätzlich Aufgaben der staatlichen Sicherheitskräfte übernehmen, etwa die Unfallaufnahme und damit verbundene Erhebungen, betonte die Landesrätin.

Mair erklärte, sie habe den Vorfall am Donnerstagmorgen bereits mit dem Regierungskommissariat besprochen. Auch angesichts der angespannten Personalsituation bei den staatlichen Behörden müsse bei einem Unfall dieser Größenordnung gewährleistet sein, dass nötigenfalls kurzfristig Einsatzkräfte aus anderen Landesteilen angefordert würden.

Nach Angaben der Landesrätin handelt es sich zudem nicht um einen Einzelfall. Sie fordert deshalb neben der Aufklärung des konkreten Vorfalls auch eine dauerhafte Lösung. Ihren Dank richtete sie an die freiwilligen Feuerwehrleute, die am Mittwochabend am Unfallort im Einsatz waren.

Die Stellungnahme von Landesrätin Ulli Mair im vollen Wortlaut:

Ein Unfall auf einer Schnellstraße mit acht beteiligten Fahrzeugen und mehreren Verletzten – und weder Straßenpolizei noch Staatspolizei oder Carabinieri kommen zum Unfallort: Was gestern Abend auf der MeBo bei Vilpian passiert ist, ist inakzeptabel und muss dringend aufgeklärt werden.

Unsere freiwilligen Feuerwehren sind bei solchen Einsätzen stets rasch zur Stelle. Sie sichern die Gefahrenzone ab, leisten Erste Hilfe und verharren oft stundenlang vor Ort, bis die zuständigen Ordnungshüter eintreffen. Dass sie bei einem Großeinsatz wie diesem am Ende völlig auf sich allein gestellt sind, ist durch nichts zu rechtfertigen.

Dabei steht vor allem die Sicherheit aller Beteiligten auf dem Spiel: jene der Unfallopfer, aber vor allem auch der Schutz unserer freiwilligen Einsatzkräfte. Sie setzen sich auf einer vielbefahrenen Schnellstraße erheblichen Gefahren aus. Sie können und dürfen nicht auch noch Aufgaben wie die polizeiliche Unfallaufnahme und die damit verbundenen Erhebungen übernehmen, die ganz klar in die Zuständigkeit der staatlichen Sicherheitskräfte fallen.

Bei aller Kenntnis für die angespannte Ressourcenlage bei den staatlichen Behörden kann die Auskunft, es seien schlicht keine Streifen verfügbar gewesen, so nicht unwidersprochen hingenommen werden. Selbst wenn in einer konkreten Situation in der näheren Umgebung keine Einheit unmittelbar frei ist, muss bei einem Ereignis dieser Dimension gewährleistet sein, dass kurzfristig Verstärkung aus anderen Landesteilen angefordert und entsandt wird.

Ich habe den Vorfall heute Morgen bereits mit dem Regierungskommissariat als der zuständigen Koordinierungsstelle für die staatlichen Behörden in Südtirol besprochen und verlange Aufklärung sowie eine Lösung. Dies auch deshalb, weil es sich hierbei um keinen Einzelfall handelt, sondern landesweit immer wieder derartige Vorkommnisse zu verzeichnen sind.

Mein großer Dank gilt allen Freiwilligen, die gestern Abend am Unfallort ihren Dienst getan, professionell geholfen und Verantwortung übernommen haben.

Bezirk: Bozen

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