Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Am gestrigen Samstag beschäftigte sich die OEW mit der Frage, wie frei Menschen tatsächlich reisen können und wovon es abhängt, welche Grenzen sie problemlos überwinden können. Im Rahmen der Kampagne “Pushing the Boundaries” fanden dazu in acht Südtiroler Orten gleichzeitig interaktive Mitmachaktionen statt.

In St. Ulrich, Franzensfeste, Sterzing, Bruneck, Salurn, Schlanders, Meran und Bozen schlüpften die Teilnehmenden in unterschiedliche fiktive Lebensrealitäten. Sie erhielten unter anderem eine bestimmte Staatsangehörigkeit, ein Alter, finanzielle Möglichkeiten und persönliche Lebensumstände. Im Verlauf der Aktion konnten sie unmittelbar erleben, wie sich diese Voraussetzungen auf ihre Bewegungsfreiheit auswirken.
Reisefreiheit als Frage globaler Ungleichheit
Im Mittelpunkt standen Faktoren wie Staatsangehörigkeit, Visabestimmungen, politische Verhältnisse und finanzielle Möglichkeiten. Nach Ansicht der OEW bestimmen diese Voraussetzungen wesentlich darüber, wer sich weltweit frei bewegen kann und wer auf größere Hürden stößt. Auch Geschlecht, sexuelle Orientierung sowie körperliche oder kognitive Voraussetzungen könnten die Möglichkeiten zur Mobilität beeinflussen.
Als Beispiel verweist die OEW auf Unterschiede zwischen Menschen aus dem Globalen Norden und dem Globalen Süden. Während Waren aus dem Globalen Süden vielfach problemlos über Grenzen transportiert würden, seien die Bewegungsmöglichkeiten jener Menschen, die an ihrer Herstellung beteiligt sind, häufig stärker eingeschränkt.
Unterstützt wurde die Aktion von verschiedenen lokalen Einrichtungen und Organisationen, darunter mehrere Integrationsbeiräte, BASIS Vinschgau, die Stadtbibliothek Sterzing und Agesci Merano.
Die Kampagne wird im Oktober fortgesetzt. Am 9. Oktober veranstaltet die OEW im Ost-West-Club in Meran die Tagung “Un mondo senza frontiere?!”. Dabei geht es um Fragen rund um Grenzen, Mobilität und globale Gerechtigkeit.

Zu den angekündigten Gästen gehören unter anderem die Rechtsanwältin Francesca Cancellaro, der Rechtsphilosoph Federico Oliveri und der Sozialarbeiter Diego Saccora. Begleitet wird die Kampagne von einer landesweiten Plakataktion.






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