Krawalle in Mailand -zwei Bozner Jugendliche angezeigt

“Alles kurz und klein schlagen”

Samstag, 31. Oktober 2026 | 09:54 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Bozen – Zwei 16-Jährige aus Bozen sind von der Polizei im Zusammenhang mit den Ausschreitungen in Mailand am 17. und 18. Oktober angezeigt worden. Sie sollen über soziale Netzwerke zu Gewalt aufgerufen und vor den Krawallen entsprechende Nachrichten verbreitet haben.

Ermittler der DIGOS und der Postpolizei stießen bei ihren Untersuchungen auf eine Gruppe von rund 100 Personen, darunter 51 Minderjährige aus 18 italienischen Städten. In Chats sollen die Jugendlichen vor den Ausschreitungen Gewalt verherrlicht und dazu aufgerufen haben, „alles kurz und klein zu schlagen“. Bei landesweiten Durchsuchungen wurden unter anderem Handys, Computer, Schlagwaffen, Messer und weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt. Die beiden Bozner wurden ebenfalls durchsucht, ihre Mobiltelefone und Datenträger beschlagnahmt. Ihre Position wird nun von der Jugendstaatsanwaltschaft geprüft.

Unabhängig davon liefen in Südtirol weitere Ermittlungen im Vorfeld der Demonstrationen am gestrigen. Anlass waren alarmierende Nachrichten in Schülerchats, die auch unter Jugendlichen in Bozen Spannungen und Angst ausgelöst hatten. Darin wurde unter anderem zu Plünderungen und Diebstählen im Waltherpark aufgerufen. Auf Anordnung der Jugendstaatsanwaltschaft wurden deshalb die Wohnungen eines Erwachsenen und dreier Minderjähriger durchsucht. Auch ihre Handys wurden als Beweismittel sichergestellt.

Die vier Jugendlichen aus den Südtiroler Ermittlungen sind laut Bericht nicht identisch mit den beiden 16-Jährigen, die wegen der Vorfälle in Mailand angezeigt wurden.

Bezirk: Bozen

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