Von: Lukas Unterkofler
Wer in Italien mit Alkohol am Steuer angetroffen wird, muss sich auf weitreichenden Konsequenzen einstellen. Diese reichen von hohen Geldstrafen, Führerscheinentzug und sogar Haft. Bei schweren Verstößen drohen zudem eine Fahrzeugbeschlagnahme und langwierige medizinische Untersuchungen.
Wer in Italien alkoholisiert am Steuer erwischt wird, muss mit deutlich mehr als einer Geldstrafe rechnen. Wie die Carabinieri aufzeigen, hängen die Konsequenzen vom festgestellten Alkoholwert ab und können von einem mehrmonatigen Führerscheinentzug bis zu strafrechtlichen Folgen reichen.
Bereits bei einem Alkoholwert von mehr als 0,5 bis 0,8 Gramm pro Liter Blut drohen eine Verwaltungsstrafe und der Entzug des Führerscheins für drei bis sechs Monate.
Ab mehr als 0,8 Gramm pro Liter handelt es sich um eine Straftat.
Liegt der Wert über 1,5 Gramm, sind Geldstrafen zwischen 1.500 und 6.000 Euro, sechs Monate bis ein Jahr Haft sowie ein Führerscheinentzug von ein bis zwei Jahren möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch das Fahrzeug beschlagnahmt werden.
Führerschein gibt es nicht einfach zurück
Nach einem Verstoß können medizinische Untersuchungen, Bluttests und Termine bei der zuständigen medizinischen Kommission notwendig werden. Zudem können psychologische Gespräche und Rehabilitationskurse vorgesehen werden. Bis die Fahrtauglichkeit wieder bestätigt ist, kann längere Zeit vergehen.
Für Fahrer, die wegen eines Alkoholwerts von mehr als 0,8 Gramm pro Liter verurteilt wurden, sieht das italienische Recht außerdem zusätzliche Einschränkungen vor: Auf italienischen Führerscheinen werden entsprechende Codes vermerkt. Betroffene dürfen dann keinen Alkohol vor dem Fahren konsumieren und müssen Fahrzeuge mit einer sogenannten Alkohol-Wegfahrsperre (Alcolock) nutzen. Die Auflagen gelten je nach Schwere des Vergehens mindestens zwei oder drei Jahre.
Noch härtere Folgen bei Unfällen
Wer alkoholisiert einen Unfall verursacht, muss mit verschärften Sanktionen rechnen. Die Strafen werden grundsätzlich verdoppelt, zudem kann das Fahrzeug für 180 Tage stillgelegt werden. Bei besonders hohen Alkoholwerten ist auch ein endgültiger Führerscheinentzug vorgesehen. Werden Menschen verletzt oder getötet, kommen schwere Straftatbestände mit deutlich höheren Strafen infrage.
Auch die Verweigerung eines Alkoholtests schützt nicht vor Konsequenzen. Sie gilt als eigenständige Straftat und wird mit denselben grundlegenden Strafen wie ein Alkoholwert von mehr als 1,5 Gramm pro Liter geahndet. Hinzu kommen mögliche Führerscheinmaßnahmen und die Beschlagnahme des Fahrzeugs.
Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen können Strafen durch gemeinnützige Arbeit ersetzt werden. Das ist allerdings nicht in allen Fällen möglich, insbesondere nicht, wenn der Fahrer einen Unfall verursacht hat. Eine rechtskräftige strafrechtliche Verurteilung kann zudem Einträge im Strafregister nach sich ziehen und sich auf das Berufsleben auswirken.




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