So werden Gärten und Balkone zu lebensrettenden Oasen

Bei extremer Hitze und Trockenheit brauchen Wildtiere unsere Hilfe

Sonntag, 02. August 2026 | 08:04 Uhr

Von: Matthias Knapp

Extreme Hitze und Trockenheit setzen nicht nur Menschen und Haustieren zu, auch unzählige heimische Wildtiere leiden. In Österreich war es heuer laut GeoSphere Austria so trocken wie nie zuvor. Ausgetrocknete Böden, fehlende Wasserstellen und immer weniger geschützte Rückzugsorte erschweren Igeln, Vögeln, Eichhörnchen, Fröschen, Schmetterlingen und anderen Insekten das Überleben. Der Österreichische Tierschutzverein appelliert daher, Gärten, Terrassen und Balkone im Sommer zu kleinen Rettungsinseln für Wildtiere zu machen.

Unzählige kleine Wildtiere leben in unseren Gärten, da ihre natürlichen Lebensräume verloren gehen. Viele Privatgärten und öffentliche Parkanlagen, besonders in dicht besiedelten Gebieten, bieten ihnen ausreichend Nahrung, Schutz und neuen Lebensraum. Doch bei extremer Hitze und anhaltender Trockenheit sind Wildtiere in unseren Gärten auf unsere Hilfe angewiesen!

Eigener Garten als kleine Arche Noah

Schon einfache Maßnahmen können viel bewirken. So bieten flache Schalen mit frischem Wasser Vögeln, Insekten und kleinen Säugetieren eine wichtige Trinkmöglichkeit. Ungemähte Bereiche mit heimischen Blühpflanzen liefern Nahrung und Schutz. Laub-, Reisig- und Totholzhaufen wiederum bieten Igeln, Amphibien, Eidechsen und zahlreichen Insekten Verstecke. Naturnahe Gärten leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Mehr Natur wagen vor der Haustür

„Davon profitieren auch Gartenbesitzer, denn Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber fördern das Gedeihen von Obst, Gemüse und Blumen. Igel halten Schnecken, Larven und Käfer ganz ohne Chemie in Schach. Das trägt zum natürlichen Gleichgewicht im Garten bei“, erklärt Alexios Wiklund, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins.

Auch auf den fast einer Million österreichischen Balkonen können Wasserstellen und heimische Blühpflanzen in Töpfen oder Balkonkästen den Bestäubern das Leben erleichtern.

Rasenmähen auf ein Minimum beschränken

„Viele Rasen werden viel zu oft und zu kurz gemäht. Dadurch fehlen Blütenpflanzen, Verstecke und Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten und Kleintiere“, erklärt Alexios Wiklund. Zudem trocknet der Rasen bei Hitze schnell aus und es entstehen unschöne braune Flächen.

Der Österreichische Tierschutzverein empfiehlt daher: seltener mähen, die Schnitthöhe erhöhen und einzelne Bereiche wild wachsen lassen. Außerdem sollte auf Pestizide sowie Mähroboter verzichtet werden. So entstehen Lebensräume für Igel, Schmetterlinge und viele andere Gartentiere, die unsere Hilfe brauchen.

Bezirk: Bozen

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