Meran setzt auf Hightech-Kameras

Bis zu 30 Müll-Sünder pro Woche ertappt

Sonntag, 15. Februar 2026 | 09:36 Uhr

Von: luk

Meran – Illegale Müllentsorgung kommt die Stadt Meran teuer zu stehen und wird nun konsequent verfolgt. Seit der Einführung von zehn mobilen Hightech-Videostationen an neuralgischen Sammelstellen verhängt die Stadtpolizei wöchentlich zwischen 25 und 30 Verwaltungsstrafen.

Wie der Geschäftsführer der Stadtwerke Meran, Patrik König, gegenüber der Zeitung Alto Adige betont, räumt die neue Technik auch mit einem Vorurteil auf: Müllsünder gebe es quer durch alle Bevölkerungsgruppen. “Nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund, auch Personen im Anzug, Senioren oder Jugendliche entsorgen illegal”, so König. Besonders kritisch seien derzeit die Bereiche in der Klosterstraße und in der Meinhardstraße.

Das System arbeitet mit mehreren Kameras. Zunächst werden die Bilder ausgewertet, anschließend identifiziert die Ortspolizei die Verantwortlichen. Die Strafen reichen von 100 Euro bis in den vierstelligen Bereich – etwa bei gefährlichen Abfällen. Laut König funktioniere das System: “Die Personen werden identifiziert und das meist zu ihrer großen Überraschung.”

Teuer wird illegale Entsorgung aber für alle. Rund 400.000 Euro pro Jahr kostet die Beseitigung widerrechtlich entsorgter Abfälle. Diese Summe wird auf die Bürgerinnen und Bürger umgelegt – das bedeutet rund 18 Euro Mehrkosten pro Haushalt und Jahr. Dabei sind in der Müllgebühr bereits Freimengen enthalten: Eine vierköpfige Familie etwa hat 225 Kilogramm Restmüll pro Jahr.

Die Botschaft der Verantwortlichen ist klar: Mehr Sauberkeit gelingt nur, wenn sich alle an die Regeln halten, sonst zahlen am Ende alle drauf.

Bezirk: Burggrafenamt

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