Von: Lukas Unterkofler
Meran – Ein brutaler Angriff hat das Leben von Ali Darabi für immer verändert. Der heute 36-jährige Iraker kurdischer Abstammung wurde am 23. Jänner 2024 in einer Wohnung in der Winkelstraße in Meran im Schlaf mit heißem Öl übergossen. Er erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades auf 46 Prozent seiner Körperoberfläche. Mehr als zwei Jahre später wartet er noch immer auf Gerechtigkeit.
Nach Angaben des Opfers soll ein Mitbewohner und damaliger Freund die Tat verübt haben. Der Mann habe ihm eine Pfanne mit siedendem Öl ins Gesicht, auf den Oberkörper und die Arme geschüttet und sei anschließend aus der Wohnung geflüchtet. Diese habe er von Außen verschlossen. Darabi konnte schließlich den Notruf verständigen. Er wurde zunächst ins Krankenhaus Bozen und später in das Verbrennungszentrum Verona gebracht. Die schweren Verletzungen hinterließen bleibende Narben und er verlor den Großteil seiner Haare. Seit dem Vorfall leidet der Iraker zudem unter psychische Folgen. “Mein Leben wurde zerstört”, klagt der 36-Jährige.
Der mutmaßliche Täter ist seit der Tat untergetaucht. Er wird in Großbritannien vermutet. Wie Darabis Anwalt Antonio Rovito gegenüber der Zeitung Alto Adige erklärt, hat die Staatsanwaltschaft Bozen zwar Ermittlungen geführt und die Überstellung des Beschuldigten vor Gericht beantragt. Da der Mann jedoch nicht auffindbar war, wurde das Verfahren im Juli 2025 wegen fehlender Kenntnis des Beschuldigten vom Prozess vorläufig eingestellt. Grundlage ist die Regelung der Cartabia-Justizreform, die ein Verfahren in Abwesenheit unter diesen Umständen nicht zulässt.
Darabi fordert nun, dass der mutmaßliche Täter gefunden und zur Verantwortung gezogen wird. Sein Anwalt sieht in einem internationalen Haftbefehl einen möglichen Weg, um den Beschuldigten ausfindig zu machen und das Verfahren wieder aufzunehmen.
Für Ali Darabi geht der tägliche Kampf indes weiter. Er hat eine neue Arbeit, die er aber unter großen Mühen, angesichts der bleibenden Spuren an seinem Körper, ausführt: “Ich will nicht, dass dieser so schwerwiegende Vorfall, der mein Leben und meine Gesundheit für immer verändert hat, im Schweigen und in der Gleichgültigkeit vergessen wird“, erklärt das Opfer.




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