Von: Matthias Knapp
Leifers – Ein medizinischer Notfall in Leifers, der sich als gefährliche Überdosis herausstellte, bescherte den Carabinieri eine turbulente Nacht. Die Ordnungshüter beschlagnahmten 10,75 Gramm Kokain und zeigten ein Pärchen an, das mutmaßlich Crack geraucht hat.
Doch der Reihe nach: Der Vorfall hat sich am Freitagabend zugetragen, als eine 40-jährige Frau die Notrufnummer 112 wählte und erklärte, ein 35-jähriger Mann, mit dem sie die Nacht verbracht habe, fühle sich aufgrund des Konsums von Drogen unwohl.
Gemeinsam mit Sanitätern des Roten Kreuzes tauchten auch die Carabinieri in der Wohnung auf. Die Ordnungshüter vermuteten sofort, dass die beiden Crack geraucht hatten. Bei der Wohnungsdurchsuchung stellten sie neben dem Kokain auch eine Präzisionswaage sicher.
Der Mann, der sich in der Zwischenzeit wieder etwas erholt hatte, war allerdings aus der Wohnung geschlichen, nachdem er die Ankunft der Carabinieri bemerkt hatte. Dies löste eine Suchaktion in der unmittelbaren Umgebung aus.
Da der Verdacht bestand, der Mann könne sich in einer anderen Wohnung in Leifers aufhalten, verschafften sich die Carabinieri von Leifers gemeinsam mit Kollegen aus Branzoll und der örtlichen Feuerwehr gewaltsam Zugang zum Gebäude. Die anschließende Durchsuchung endete allerdings ohne Erfolg. Trotz allem wurden sowohl der 35-Jährige als auch seine Partnerin angezeigt.
Durch das Aufkochen von Kokainhydrochlorid mit Natriumhydrogencarbonat entsteht ein Gemisch aus Kochsalz und der freien Kokainbase, das Crack genannt wird. Kokainbase ist unlöslich in Wasser und somit nicht zum Schnupfen, Essen oder zur Injektion geeignet. Vielmehr wird Crack geraucht, wobei sich die Wirkung bereits nach Sekunden einstellt. Gleichzeitig reicht bereits eine Dosis, um ein starkes Verlangen nach der Droge auszulösen, was die Gefahr, in eine schwere Abhängigkeit zu rutschen, drastisch erhöht.
Daneben drohen auch gesundheitliche Risiken wie schwere Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, Krampfanfälle sowie mögliche psychische Veränderungen wie Halluzinationen und Paranoia. Das Rauchen setzt die Atemwege zudem toxischen und potenziell krebserregenden Stoffen aus, was schwerwiegende Lungenschäden verursachen kann. Eine Überdosis kann leicht tödlich enden.
Beunruhigend ist: Innerhalb nur weniger Wochen ist dies bereits der zweite Fall von Crack-Konsum, auf den die Carabinieri in Leifers gestoßen sind.




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