Kimi Antonelli als erst dritter Italiener auf dem WM-Thron

Antonelli krönt sich zum jüngsten Formel-1-Weltmeister

Montag, 02. November 2026 | 00:19 Uhr

Von: importer

Kimi Antonelli ist am Ziel. Der 20-jährige Italiener steht bereits vier Rennen vor Saisonende als jüngster Formel-1-Weltmeister der Geschichte fest. Antonelli fixierte den Titel am Sonntag mit Rang drei im Grand Prix von Mexiko. Schon ein neunter Platz hätte dem Mercedes-Jungstar gereicht. Den Sieg in einem turbulenten Rennen samt Unterbrechung und Neustart 26 Runden vor Schluss holte sich Max Verstappen im Red Bull vor Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari.

Groß feiern durfte im Foro Sol, dem Baseball-Stadion, durch das die Rennstrecke in Mexiko-Stadt führt, aber vor allem Antonelli. “Ich bin so dankbar für diesen Moment. Es ist ein Tag, an den ich mich immer erinnern werde. Ich bin sprachlos und muss erst verarbeiten, was passiert ist”, sagte der neue Formel-1-Held aus Bologna, der bei der Zieldurchfahrt am Funk in Tränen aufgelöst noch kaum Worte herausgebracht hatte. “Wir haben es geschafft”, jubelte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Dritter Italiener auf dem WM-Thron

Er sei dieses Wochenende wegen der WM-Chance “ein bisschen angespannter” gewesen, gestand Antonelli. “Jetzt bin ich einfach glücklich, dass wir es geschafft haben.” Als bisher jüngsten Weltmeister löste Antonelli im Alter von genau 20 Jahren und 68 Tagen Sebastian Vettel ab. Der Deutsche war 2010 bei seinem ersten von vier WM-Titeln mit Red Bull 23 Jahre und 134 Tage alt gewesen. “In diesem Alter so etwas zu schaffen, ist beeindruckend”, lobte auch Verstappen seinen jungen Rivalen.

Antonelli ist zudem erst der vierte Pilot, der in seiner zweiten Formel-1-Saison bereits Weltmeister wurde. Vor ihm war dies nur 1951 Juan Manuel Fangio, 1997 Jacques Villeneuve und 2008 Hamilton gelungen. In der F1-Premierensaison 1950 triumphierte mit Giuseppe Farina ein routinierter Rennfahrer. Farina und Alberto Ascari (1952 und 1953) sind auch die einzigen Italiener, die sich vor Antonelli die Krone in der Automobil-Königsklasse aufgesetzt hatten.

Rad-an-Rad-Duell der Ferraris

Hamilton geriet nach seiner ersten Pole Position für Ferrari schon in den ersten Kurven von seinem Teamkollegen Charles Leclerc unter Druck, beinahe kam es zur Berührung. Um diese zu vermeiden, verließ Leclerc bei seinem Angriff die Strecke und übernahm durch die Abkürzung die Führung. Hamilton verlor in der Szene eine weitere Position an Verstappen, der sich von Startplatz fünf nach vorne katapultiert hatte. Durch eine beim Boxenstopp zu verbüßende Fünf-Sekunden-Strafe, die Leclerc für seine Aktion kassiert hatte, kam der Red-Bull-Star auch am zweiten Ferrari vorbei.

Antonelli hielt sich aus den Scharmützeln lange heraus. Der neunmalige Saisonsieger lag nach den Boxenstopps der Top drei zur Mitte des Rennens an der Spitze, das Podest schien vorerst aber außer Reichweite – bis Nachzügler Valtteri Bottas wegen einer gebrochenen Radaufhängung an seinem Cadillac in die Streckenbegrenzung krachte. Weil diese repariert werden musste, wurde das Rennen nach 45 von 71 Runden für 40 Minuten unterbrochen.

Antonelli-Manöver nach Neustart

Vor dem stehenden Neustart herrschte ein gewisses Chaos über die Rangordnung. Hamilton behielt Rang drei, obwohl ihn sein Team wegen eines vor der Roten Flagge angezeigten Safety Cars noch einmal zum Reifenwechsel an die Box geholt und er die Position eigentlich an Antonelli abgegeben hatte. Beim Restart schnappte sich Hamilton seinen schlecht weggekommenen Teamkollegen und attackierte auch Verstappen. Eine leichte Berührung blieb für beide Piloten folgenlos.

Auch Antonelli presste sich mit einem beherzten Manöver an Leclerc vorbei und durfte damit zur Siegerehrung – zum 19. Mal in seinem 43. Formel-1-Rennen. Ein Abflug von Racing-Bulls-Pilot Arvid Lindblad schob das Feld durch ein Safety Car zwölf Runden vor Schluss noch einmal zusammen. Verstappen brachte den 74. GP-Sieg seiner Karriere, den dritten in den vergangenen vier Rennen, aber nach Hause.

“Am Schluss habe ich noch einmal richtig geschwitzt, Lewis hinter mir zu halten”, sagte der Niederländer, der zum bereits sechsten Mal in Mexiko triumphierte – öfter als auf jeder anderen Formel-1-Strecke. “Wir haben nicht ganz die Geschwindigkeit gehabt, aber wir haben uns reingehängt und zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen.” In der WM-Wertung schob sich Verstappen dadurch auf Rang zwei.

Hamilton trauerte möglichem Sieg nach

Vor dem Mexiko-Rennen waren George Russell und Hamilton die beiden einzigen Piloten gewesen, die Antonellis Krönung mit Siegen theoretisch noch hätten verhindern können. “Wir hätten das Tempo gehabt, um zu gewinnen, aber es hat nicht sein sollen”, meinte Hamilton. Der frühe Zwischenfall mit Leclerc hätte den Sieg gekostet. “Da müssen wir Gespräche führen.” Seinem Ex-Team Mercedes und seinem dortigen Nachfolger Antonelli gratulierte der 41-Jährige: “Der jüngste Weltmeister aller Zeiten zu sein, ist phänomenal.”

Antonellis Teamkollege Russell, im Qualifying nur knapp hinter Hamilton Zweiter, konnte nicht in den Kampf um die Spitzenplätze eingreifen. Der Engländer musste nach Problemen am Start an der Box zehn zusätzliche Sekunden absitzen, weil er Red-Bull-Pilot Isack Hadjar umgedreht hatte. Am Ende reichte es hinter Leclerc und dem entthronten Weltmeister Lando Norris nur zu Rang sechs. In der WM fiel Russell von Zwischenrang zwei hinter Verstappen und Hamilton auf vier zurück.

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