Weltberühmtes Collier als Beute bei Coup

Diebstahl von millionenschwerem Diamantcollier in Wien

Freitag, 28. August 2026 | 11:38 Uhr

Von: importer

Nach dem Diebstahl eines Ausstellungsstücks aus dem Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Wiener Innenstadt sind die Täter weiter auf der Flucht. Es wird mit Hochdruck nach den beiden Männern gefahndet. Denn bei der Beute handelt es sich um das weltberühmte, historische Diamantcollier der Königin Nazli von Ägypten, das 1939 vom Pariser Luxusjuwelier Van Cleef & Arpels im Art-déco-Stil gefertigt wurde, bestätigte die Polizei der APA.

Zum Wert machte Polizeisprecherin Anna Gutt keine Angaben. Laut Datenbank des Auktionshauses Sotheby’s erzielte das Collier vor zehn Jahren bei einer Versteigerung in New York einen Wert von 4,3 Millionen Dollar (rund 3,7 Millionen Euro). Das Collier ist mit mehr als 600 runden Diamanten sowie Diamanten im Baguetteschliff besetzt, die in einem strahlenförmigen Motiv angeordnet sind. Die Königin gab dieses Collier sowie eine dazu passende Tiara für die Hochzeit ihrer Tochter Fawzia mit dem iranischen Kronprinz und späteren Schah Mohammad Reza Pahlavi in Auftrag.

Spuren und Bilder aus Überwachung gesichert

Am Freitag waren die Ermittler damit beschäftigt, im MAK Spuren und auch Bilder aus den Überwachungskameras zu sichern. Ausgewertet werden laut Anna Gutt auch Aufnahmen von Kameras in der Umgebung – an Straßenzügen oder U-Bahn-Stationen -, um zu sehen, wohin die Täter geflüchtet sind. Auch Zeugen werden nun befragt, die den Diebstahl in dem Museumsraum beobachtet haben. Die beschuldigten Männer hatten am frühen Donnerstagnachmittag die Vitrine mit einem Hammer eingeschlagen. Dabei dürften sie genau gewusst haben, welches Stück sie mitnehmen. Ob es sich um eine Auftragsarbeit gehandelt hat, bestätigte Gutt nicht, da es sich um laufende Ermittlungen handelt.

Lichtbilder der Tatverdächtigen wurden mittlerweile gesichert. In der Nacht veröffentlichte die Polizei Beschreibungen der beiden Männer, die in unbekannte Richtung geflüchtet waren. Es handle sich um 1,70 bis 1,75 Meter große Männer mit schlanker Statur, dunklen Haaren und dunklem Bart, schwarzer Oberbekleidung sowie dunklen Turnschuhen mit weißer Sohle.

Ausstellung seit Juni in Wien

Die Ausstellung “Glanzstücke”, die im Juni eröffnet hat, vereint “einzigartige, selten gezeigte Objekte aus der MAK Sammlung mit Juwelierskunst aus der 120-jährigen Geschichte des Traditionsunternehmens (Van Cleef & Arpels, Anm.) für Haute Joaillerie, das 1906 auf der Pariser Place Vendôme gegründet wurde”, heißt es auf der Homepage des Museums. Gezeigt werden demnach rund 500 Exponate, mehr als 300 von Van Cleef & Arpels und über 200 aus der Sammlung des MAK.

Das Museum bleibt geöffnet, auch die betroffene Ausstellung sperrte am Freitag wieder auf, teilte das MAK per Aussendung mit. “Die Bedingungen für die Wiedereröffnung wurden in enger Abstimmung mit der Polizei geprüft. Der sichere Ausstellungsbetrieb ist gewährleistet”, wurde betont. Weitere Fragen wollte das MAK “aus ermittlungstechnischen Gründen” keine beantworten. Unklar ist, welche Sicherheitsvorkehrung zum Schutz der Exponate getroffen wurden und wie hoch das Ausstellungsstück versichert war. “Auskünfte zu den laufenden Ermittlungen erteilt die Landespolizeidirektion Wien”, hieß es in der Aussendung. Auch MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein war auf Anfrage der APA für eine Stellungnahme am Freitag nicht erreichbar.

Coup erinnert an Diebstahl der “Saliera”

Der aktuelle Coup erinnert an den spektakulären Diebstahl der “Saliera” von Benvenuto Cellini aus dem Kunsthistorischen Museum. Das berühmte Salzfass wurde im Mai 2003 entwendet, nachdem der Dieb nachts über ein Baugerüst in das Museum eingestiegen war.

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