Von: Sophia Molitor
Toblach – Im Restaurant Dürrensee-Landro am Dürrensee nahe den Drei Zinnen in den Dolomiten ist vor Kurzem ein dreisprachiges Schild aufgetaucht, das Gäste auffordert, fünf Euro für die Benutzung der Toilette zu bezahlen. Das Restaurant liegt im Naturpark Drei Zinnen direkt an der Grenze zum Naturpark Fanes-Sennes-Prags, mit Blick auf den imposanten Monte Cristallo.

„Die Situation war nicht mehr auszuhalten, es musste etwas passieren“, betont Besitzerin Karla Rienzner, die das Lokal seit 1990 führt. Eingebettet in die eindrucksvolle Landschaft der Dolomiten, zwischen dem türkisgrünen Wasser des Dürrensees und dem Panorama der umliegenden Bergwelt, ist das Restaurant ein beliebter Zwischenstopp für Besucher. Ab Mai strömen zahlreiche Touristen in die Gegend. „Die traditionellen Gäste, die sich anständig verhalten, sind nicht das Problem“, sagt Rienzner. Vielmehr seien es die zahlreichen Reisebusse, die halten, deren Passagiere die Toilette benutzen und anschließend wieder weiterfahren – ohne auch nur einen Kaffee zu konsumieren.
Die Gemeinde sollte die Arbeit unterstützen, die seit Jahren mit Leidenschaft ausgeübt wird
Rienzner nimmt die neue Regelung auch zum Anlass, Gemeinde und Land zum Handeln aufzufordern. In unmittelbarer Nähe des Lokals befindet sich ein öffentlicher Parkplatz. Dort sollten ihrer Ansicht nach kostenpflichtige öffentliche Toiletten eingerichtet werden. „Es ist kein Spaß, ständig in Rekordzeit wegzuputzen, was die Leute hinterlassen“, sagt die Wirtin. Das eigentliche Problem sieht sie im Durchreise- und Kurzzeittourismus. Erst vor Kurzem sei eine ganze Gruppe japanischer Reisender aus einem Reisebus ausgestiegen, habe die Toiletten benutzt und sind anschließend weitergefahren, ohne etwas zu konsumieren. Auf Nachfrage hätten die Gäste erklärt, ihre Reiseleiterin habe ihnen gesagt, die Toiletten seien kostenlos und öffentlich zugänglich.
Auch Camper würden regelmäßig in der Nähe übernachten und ausschließlich für einen Toilettengang beim Lokal vorbeikommen. Nun hat sie genug: Für die Nutzung der Toilette werden fünf Euro verlangt.
Nicht alle Gäste reagieren begeistert auf das Schild und Manche rümpfen beim Lesen die Nase. Karla Rienzner ist jedoch überzeugt, dass die Maßnahme notwendig war.
Wo das Bewusstsein für die Gemeinschaft und gegenseitige Rücksichtnahme fehlt, entstehen immer häufiger Regeln, Gebühren und Maßnahmen, die eigentlich gar nicht notwendig sein müssten.




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