Von: importer
Nach schwierigsten Startbedingungen ins Leben vor einem Jahr an der Innsbrucker Klinik gibt es nun offenbar ein Happy End: Ein Frühgeborenes kam nach nur 23 Wochen Schwangerschaft und 520 Gramm Gewicht zur Welt. Erschwerend hinzu kam eine seltene Fehlbildung. Diese Kombination sei höchstwahrscheinlich einzigartig, sagte ein Sprecher der tirol kliniken zur APA. Komplexe kinderchirurgische Operationen waren erforderlich. Mittlerweile ist der kleine Patient wohlauf.
Die angeborene Fehlbildung der Speiseröhre, eine sogenannte Ösophagusatresie, ist selten: Etwa eines von 3.000 bis 5.000 Neugeborenen ist davon betroffen. In Innsbruck werden jährlich mehrere Neugeborene mit dieser angeborenen Fehlbildung der Speiseröhre betreut, die Kombination aus einer Ösophagusatresie, einer Geburt in der 23. Schwangerschaftswoche und einem Geburtsgewicht von 520 Gramm sei aber einzigartig. Bei dieser Fehlbildung ist die Speiseröhre nicht durchgängig. Häufig bestehe gleichzeitig eine Verbindung zwischen Speiseröhre und Luftröhre. Ohne operative Korrektur sei das Schlucken des eigenen Speichels, eine Ernährung über den natürlichen Weg und somit ein Überleben nicht möglich.
“Bei einem 520 Gramm schweren Frühgeborenen stellt eine Operation an der Speiseröhre eine ganz besondere Herausforderung dar”, erläuterte Bettina Härter, Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie an der Klinik für Viszeral, Transplantations- und Thoraxchirurgie, in einer Aussendung am Dienstag: “Die anatomischen Strukturen sind sehr klein und das Gewebe ist aufgrund der extremen Unreife besonders empfindlich.” Beim betreffenden Kind seien mehrere Eingriffe notwendig gewesen. Sie erfolgten nicht im zentralen OP, sondern direkt auf der neonatologischen Intensivstation. In Innsbruck sei das bei sehr kleinen Frühgeborenen ein etablierter Standard.
Jeder Transport ein Risiko
Die Organsysteme extrem kleiner Frühgeborener seien sehr unreif, und die Kinder seien häufig nicht in der Lage, selbstständig zu atmen. Auch das Risiko von Hirnblutungen sei hoch. “Jeder Transport in den zentralen OP ist für ein so unreifes Kind ein Risiko: Auskühlung, Lagewechsel, Diskonnektion von Beatmung und Monitoring. Bei einem 520 Gramm schweren Kind kann daraus unmittelbar eine Komplikation entstehen”, erklärte Elke Griesmaier-Falkner, stellvertretende Direktorin der Neonatologie und stationsführende Oberärztin der neonatologischen Intensivstation in Innsbruck.
Kleiner Patient entwickelt sich gut
Das Kind ist heute ein Jahr alt und entwickelt sich zu Hause bei seiner Familie sehr gut. Die Speiseröhre sei wiederhergestellt. Die weitere Betreuung und Beobachtung seiner Entwicklung würden im Rahmen der strukturierten Nachsorgekontrolle an der neonatologischen Nachsorgeambulanz in Innsbruck erfolgen, erklärten die Verantwortlichen der tirol kliniken.




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