Von: Matthias Knapp
Kaltern – Die Carabinieri von Bozen haben am Samstagmorgen im Rahmen eines Großeinsatzes zwei Jugendgruppen der rechtsextremen Szene im Überetsch einen Schlag versetzt. Betroffen sind der „Aktverein Kaltern“ und die „Snusboys-Koltern“.
Am Samstagmorgen wurden aufgrund von Vollstreckungsbefehlen der Bozner Staatsanwaltschaft und der Jugendstaatsanwaltschaft insgesamt 21 Hausdurchsuchungen im Raum Kaltern durchgeführt. Den Beschuldigten werden unter anderem Volksverhetzung und Anstiftung zu Straftaten, Verunglimpfung staatlicher Symbole, Sachbeschädigung und Diebstahl zur Last gelegt.
Rechtsextreme Symbolik in sozialen Netzwerken
Nach Erkenntnissen der Ermittler zeichnen sich die Verdächtigen seit dem Jahr 2025 für die Gruppierungen „Aktverein Kaltern“ und „Snusboys-Koltern“ verantwortlich. Über Online-Kanäle wie Instagram, TikTok und Telegram sollen die Jugendlichen Inhalte, Symbolik sowie rassistische Hassbotschaften, die sich auf die „White Supremacy“-Ideologie zurückführen lassen, verbreitet haben. Genutzt wurden unter anderem neonazistische Zahlencodes wie „88“ – eine Anspielung auf den Hitler-Gruß, da H der achte Buchstabe im Alphabet ist – oder „44“, ein Verweis auf die Neonazi-Organisation „Wolfsbrigade 44“.
Einzelne Mitglieder sollen zudem Kontakte zu extremistischen Rändern der lokalen Eishockey-Fanszene gepflegt haben.
Neben der Aktivität im Netz werfen die Behörden den Beschuldigten auch konkrete Straftaten einen Schilder-Diebstahl im November 2025. Damals hatten Jugendliche ein Hinweisschild der Carabinieri im Gemeindegebiet von Kaltern entwendet. Anschließend posierten sie mit dem Schild und zeigten dabei den Hitlergruß.
Dazu gesellen sich Sachbeschädigungen: Öffentliche und private Gebäude wurden im Gemeindegebiet mit Schriftzügen Gruppierung „Aktverein Kaltern“ verunstaltet.
Beweismittel und IT-Geräte sichergestellt
An den Durchsuchungen waren neben örtlichen Carabinieri-Einheiten auch Spezialisten für Cyberkriminalität sowie die Hubschrauberstaffel aus Bozen beteiligt. Bei den Durchsuchungen stellten die Ordnungshüter T-Shirts, Aufkleber sowie digitale Datenträger sicher. Die Auswertung der IT-Geräte hält derzeit an.
Die Strafverfahren befinden sich in der Ermittlungsphase.




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