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In Vorarlberg und Salzburg fahren die Menschen österreichweit am häufigsten mit dem Fahrrad. Das geht aus der Studie “Aktive Mobilität 2026” des Verkehrsministeriums hervor, auf die der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Freitag hinwies. Österreichweit radeln neun Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren täglich oder fast täglich, 28 Prozent zumindest mehrmals pro Woche. Insgesamt fahren 68 Prozent zumindest gelegentlich mit dem Fahrrad.
In österreichischen Haushalten zählt das Fahrrad zur gängigen Grundausstattung. In rund 78 Prozent der Haushalte steht mindestens ein verkehrstüchtiges Fahrrad zur Verfügung, und in 56 Prozent sind es sogar zwei oder mehr. Im Vergleich zur Erhebung 2023 zeigen die aktuellen Werte einen leichten Anstieg um einen Prozentpunkt und bleiben also insgesamt stabil.
Vorarlberg liegt mit einem Anteil von 20 Prozent täglich oder fast täglich Radfahrenden an der Spitze, gefolgt von Salzburg mit 16 Prozent. Bei der Nutzung zumindest mehrmals pro Woche liegt Salzburg mit 39 Prozent knapp vor Vorarlberg mit 38 Prozent. Am niedrigsten ist dieser Anteil in Oberösterreich mit 26 Prozent, gefolgt von Niederösterreich und dem Burgenland mit jeweils 27 Prozent. Auch die Freude am Radfahren ist in den beiden westlichen Bundesländern besonders groß. Jeweils 61 Prozent der Radfahrenden in Vorarlberg und Salzburg geben an, sehr gerne Fahrrad zu fahren. Österreichweit liegt dieser Anteil bei 52 Prozent, in Wien bei 46 Prozent.
“Die nun veröffentlichten Daten des Mobilitätsministeriums zeigen einerseits die großen Bundesländer-Unterschiede und zum anderen das große Potenzial, das es österreichweit für mehr Radverkehr gibt”, sagte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Der Radverkehr könne dazu beitragen, die Klimabilanz des Verkehrs zu verbessern sowie Staus und andere Verkehrsprobleme zu verringern.
E-Bikes zunehmend verbreitet
Eine wichtige Rolle spielen laut VCÖ Elektrofahrräder. 40 Prozent der Radfahrenden in Österreich sind bereits mehrmals mit einem E-Bike gefahren. In Vorarlberg beträgt dieser Anteil 58 Prozent, gefolgt von Salzburg mit 48 Prozent. Im Burgenland, in der Steiermark und in Tirol sind es jeweils 45 Prozent. In Wien haben 27 Prozent der Radfahrenden bereits mehrmals ein Elektrofahrrad genutzt. Nach Angaben des VCÖ wurden in Österreich allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als eine Million Elektrofahrräder verkauft. Die Nutzung beeinflusse bei vielen Menschen das Mobilitätsverhalten: Die Hälfte jener, die ein E-Bike nutzen, legt damit längere Distanzen zurück, vier von zehn fahren dadurch häufiger mit dem Fahrrad.
Die Hälfte aller Fahrräder im Land entfällt auf Alltagsräder. Dahinter folgen Mountainbikes mit 33 Prozent und E-Fahrräder mit 29 Prozent. Erstmals wurde im aktuellen Erhebungsjahr auch der Fahrradtyp Gravelbike erfasst: Vier Prozent der Haushalte besitzen ein solches Modell. In Haushalten mit Kindern unter sechs Jahren verfügen 56 Prozent über eine Möglichkeit zum Kindertransport mit dem Fahrrad. Von diesen Haushalten besitzen 49 Prozent einen Kindersitz, 19 Prozent einen Kinderanhänger und zwei Prozent ein Transportrad mit entsprechender Vorrichtung.
Kurze Arbeitswege
Großes Potenzial für eine stärkere Nutzung des Fahrrads sieht der VCÖ bei den täglichen Arbeits- und Ausbildungswegen. 36 Prozent der Menschen in Österreich wohnen weniger als fünf Kilometer von ihrer Arbeits- oder Ausbildungsstätte entfernt, 56 Prozent weniger als zehn Kilometer. Derzeit werden laut Studie nur 19 Prozent dieser Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Zugleich besitzen 75 Prozent der Berufstätigen und 81 Prozent der in Ausbildung befindlichen Personen ein Fahrrad und nutzen es zumindest gelegentlich. 46 Prozent der Radfahrenden geben an, häufiger mit dem Fahrrad fahren zu würden, wenn Anzahl und Qualität der Radwege verbessert würden.
Der VCÖ fordert deshalb mehr Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden sowie einen rascheren Ausbau des Radwegenetzes. “Tempo 30 statt 50 ist in Gemeinden und Städten eine sehr kostengünstige Maßnahme, damit mehr Menschen sicher mit dem Rad mobil sein können”, sagte Schwendinger. Auch außerhalb von Ortsgebieten könnten durch die Verschmälerung überbreiter Freilandstraßen kostengünstig Radwege geschaffen werden. Als Beispiel nennt der VCÖ die B83 zwischen Arnoldstein und Riegersdorf in Kärnten.
Abgefragt wurde für die Studie unter anderem auch die Häufigkeit des Zu-Fuß-Gehens. Im Jahr 2025 gingen in allen Altersgruppen ein hoher Anteil der Befragten, nämlich 92 Prozent, regelmäßig mindestens fünf Minuten zu Fuß. Besonders ausgeprägt ist dies in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen, in der 75 Prozent beinahe täglich zu Fuß unterwegs waren und weitere 19 Prozent mehrmals pro Woche. Überdurchschnittlich aktiv sind zudem Personen in Ausbildung: 96 Prozent von ihnen gehen regelmäßig zu Fuß.




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