Schutz vor Hochwasser und Murgängen

Neue Lebensräume und mehr Schutz im Pflerscherbach

Montag, 21. September 2026 | 10:37 Uhr

Von: Matthias Knapp

Brenner – Mehr Raum für das Wasser, neue Lebensräume für Tiere und zusätzlicher Schutz vor Naturgefahren: Das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord und das Amt Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz haben im vergangenen Frühjahr mehrere Revitalisierungs- und Sicherungsmaßnahmen am Pflerscherbach und an seinen Zubringern umgesetzt. Insgesamt wurden 220.000 Euro investiert.

“Mit den Maßnahmen verbinden wir die ökologische Aufwertung der Gewässer mit einem wirksamen Schutz vor Hochwasser, Erosion und Murgängen”, fasst Amtsdirektor Philipp Walder zusammen: “So entstehen naturnahe Lebensräume, während zugleich Straßen und Siedlungsräume besser geschützt werden. Diese Arbeiten erfolgten ausschließlich auf Flächen des öffentlichen Wassergutes, die hier prädestiniert dafür sind, um als erweitertes Bachbett und Überflutungsbereiche einen wertvollen Zweck zu erfüllen.”

Pflerscherbach wieder für Fische passierbar

Mit Umweltausgleichsgeldern hat der Bautrupp unter Vorarbeiter Roland Langgartner eine rund drei Meter hohe Konsolidierungssperre am Pflerscherbach unterhalb von Ast, bei der Einmündung des Asterbachs, wieder für Fische passierbar gestaltet. Unter der Bauleitung von Carmen Lageder und Thomas Hasler haben die Wildbacharbeiter die Bachsohle mit acht Sohlgurten schrittweise angehoben und damit das Bachbett weitergeführt. Die Sperre hatte zuvor als Einlauf in ein Ausschotterungsbecken gedient, in dem Geschiebe abgelagert und anschließend abtransportiert wurde.

Mehr Lebensraum am Toffringbach

Gegenüber dem Toffringbach, beim Holzlager der Interessentschaft Pflersch, haben die Wildbacharbeiter eine bestehende Feuchtfläche deutlich vergrößert und einen Damm angelegt. Das Gewässer bietet zahlreichen Fröschen und Vögeln einen wertvollen Lebensraum. Unterhalb der Landesstraße waren zudem Erosionen festgestellt worden. Mit dem Einbau von Sohlgurten hat der Bautrupp das Bachbett stabilisiert und die Straße vorbeugend vor möglichen Schäden gesichert. Gleichzeitig konnte das Bachbett mit mehr Struktur gestaltet und aufgewertet werden.

Neue Rückhaltefläche im Teisslgraben

Die umfangreichste Maßnahme wurde im Teisslgraben umgesetzt: Dort haben die Arbeiter die gesamte Waldfläche auf das Niveau des Bachbetts abgesenkt. Bei Hochwasser kann die Fläche nun gezielt überströmt werden. Sollte es zu einem Murgang kommen, steht damit zusätzlicher Raum zur Verfügung, auf dem sich mitgeführtes Material kontrolliert ablagern kann.

Bezirk: Wipptal

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