Von: luk
Bozen – Nur wenige Schritte von glänzenden Fassaden in der Südtiroler Straße entfernt hat sich hinter Handelskammer und dem Stadttheater eine Problemzone etabliert. In den verwinkelten Nischen zwischen weißem Marmorgestein und Absperrungen wird offen mit Drogen gehandelt – vor allem mit Crack. Konsumiert wird direkt vor Ort.
An den Wänden finden sich blutige Handabdrücke. Laut Anrainern kommt es immer wieder zu Messerstechereien und gewalttätigen Auseinandersetzungen. “Man hört Schreie, dann Schläge. Wir haben uns fast schon daran gewöhnt”, sagt ein Zeuge gegenüber der Zeitung Alto Adige.
Neben dem Drogenhandel floriert auch der Verkauf mutmaßlich gestohlener Fahrräder. Auch anderes Diebesgut findet sich in dem Bereich. So liegt dort etwa eine aufgebrochene Registrierkasse, die zuvor wohl aus einem Geschäft gestohlen wurde. Es dürfte sich bei den zahlreichen Einbrüchen und Diebstählen in der Stadt wohl um Beschaffungskriminalität handeln.
Anwohner fühlen sich im Stich gelassen. Wer abends zu den anliegenden Garagen will, müsse sich teils den Weg durch Gruppen von Abhängigen bahnen. “Bedroht wurde ich nie, aber man bietet mir regelmäßig Drogen an”, erzählt ein Bewohner.
Mitten im Herzen der Landeshauptstadt ist so eine Art rechtsfreier Raum entstanden, zwar gut versteckt, aber für viele längst bittere Realität.




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