Von: importer
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden in Österreich ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. 2025 wurden laut Statistik Austria 2.749 derartige Verkehrsunfälle registriert. Dabei kamen sechs Menschen ums Leben, 473 wurden schwer und 2.124 leicht verletzt. Seit Beginn der dezidierten Erfassung im Jahr 2023 hat sich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden damit um 56 Prozent erhöht, informierte der ÖAMTC in einer Aussendung am Donnerstag.
Gemeinsam mit Partnerorganisationen hat der Mobilitätsclub Unfallrisiken und typische Verletzungsmuster bei E-Scooter-Unfällen untersucht. Demnach entsteht das Unfallrisiko meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Dazu zählen die besondere Fahrdynamik der Fahrzeuge, riskantes Fahrverhalten, fehlende Schutzausrüstung, mangelnde Kenntnis der Verkehrsregeln sowie die zunehmende Nutzung von E-Scootern.
Alkohol als wesentlicher Risikofaktor
Besonders häufig kommt es in den Abend- und Nachtstunden sowie in den Sommermonaten zu Unfällen. Eine wichtige Rolle spielt laut ÖAMTC auch Alkohol. Alkoholisierte E-Scooter-Lenker stürzen demnach häufiger und erleiden schwerere Verletzungen. Während nüchterne Verunglückte vor allem Verletzungen an Armen und Händen davontragen, sind bei alkoholisierten Personen insbesondere Kopf, Gesicht und Brustkorb betroffen.
“Die Auswirkungen von Alkohol auf die Fahrfähigkeit werden von vielen unterschätzt. Aufgrund der instabileren Fahrposition wirken sich die Einschränkungen viel stärker aus als bei anderen Fahrzeugen”, erklärte ÖAMTC-Verkehrstechniker Christoph Schönlechner. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen war im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 fast jeder dritte Verunglückte alkoholisiert.
Auch die Bauweise der E-Scooter erhöht laut ÖAMTC das Sturzrisiko. Die stehende Fahrposition, der hohe Körperschwerpunkt und die kleinen Räder machten die Fahrzeuge besonders anfällig für Instabilitäten. Bordsteinkanten, Fahrbahnunebenheiten, abrupte Lenkbewegungen oder kleine Fahrfehler könnten rasch zu schweren Stürzen führen, so Schönlechner.
Kopfverletzungen häufig – geringe Helmquote
Zu den häufigsten Verletzungen zählen Kopf- und Gesichtsverletzungen sowie Verletzungen der Arme und Hände. Gleichzeitig ist die Helmtragequote laut ÖAMTC niedrig: Nur etwa jeder zehnte E-Scooter-Fahrer trägt demnach einen Helm. Dieser könne einen Unfall zwar nicht verhindern, die Schwere der Verletzungen aber deutlich reduzieren, betonte Schönlechner.
Der ÖAMTC erneuerte deshalb seine Forderung nach einer allgemeinen, altersunabhängigen Helmpflicht. Das Verletzungsrisiko sei nicht vom Alter abhängig. “Das Verletzungsrisiko endet nicht mit dem 16. Geburtstag. Wer mit einem E-Scooter unterwegs ist, ist unabhängig vom Alter denselben physikalischen Risiken ausgesetzt”, sagte Schönlechner. Im Durchschnitt der Jahre 2023 bis 2025 waren laut ÖAMTC lediglich 17 Prozent der Verunglückten zwischen 13 und 16 Jahre alt.
Wien mit den meisten Unfällen
Die meisten E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden wurden 2025 in Wien registriert. Dort gab es 622 Unfälle, gefolgt von Niederösterreich mit 516 und Oberösterreich mit 425. In der Steiermark wurden 354, in Tirol 240, in Salzburg 221 und in Kärnten 190 Unfälle verzeichnet. Vorarlberg kam auf 134, das Burgenland auf 47. Österreichweit stieg die Zahl von 1.762 Unfällen im Jahr 2023 über 2.247 im Jahr 2024 auf 2.749 im Jahr 2025.
Kritisch sieht der ÖAMTC zudem die unterschiedlichen Vorschriften für E-Scooter in Europa. Während die Nutzung auf öffentlichen Straßen etwa in den Niederlanden verboten ist, gilt in Italien unter anderem eine allgemeine Helmpflicht. Der Mobilitätsclub spricht sich daher für möglichst einheitliche EU-weite Regelungen aus.




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