Von: Lukas Unterkofler
Brixen – Mit Professor Josef Gelmi und Giuseppe Quinz sind zwei Priester der Diözese Bozen-Brixen verstorben. Josef Gelmi starb am heutigen Montag, 3. August 2026, im Alter von 89 Jahren in Brixen. Der bekannte Kirchenhistoriker, langjährige Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen und frühere Präsident der Hofburg Brixen prägte über Jahrzehnte das kirchliche und wissenschaftliche Leben der Diözese. Ebenfalls in der Nacht auf heute verstarb Giuseppe Quinz im Alter von 97 Jahren in Udine. Er wirkte seit mehr als sechs Jahrzehnten als Pfarrer und Seelsorger von St. Jakob bei Bozen.
Josef Gelmi: Priester, Kirchenhistoriker und Publizist
Josef Gelmi wurde am 17. Mai 1937 in Cavalese geboren und am 29. Juni 1961 in Brixen zum Priester geweiht. Nach einem Jahr als Präfekt am Vinzentinum wirkte er als Kooperator in Cortina und in der Pfarrei Regina Pacis in Bozen. Von 1967 bis 1973 studierte er in Rom.
Nach seiner Rückkehr nach Brixen wurde Gelmi 1973 Professor für Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 prägte er Generationen von Priesteramtskandidaten und Theologiestudenten. Darüber hinaus stand er von 1998 bis 2017 an der Spitze der Stiftung „Hofburg Brixen: Diözesanmuseum und Diözesanarchiv“. Im Jahr 2016 ernannte ihn das Domkapitel zum Ehrenkanonikus.
Weit über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt wurde Josef Gelmi als Kirchenhistoriker und Autor. In den vergangenen fünf Jahrzehnten veröffentlichte er rund 40 Bücher über Päpste, Bischöfe und die Geschichte der Kirche. Mit seinen wissenschaftlich fundierten und zugleich allgemein verständlichen Publikationen machte er kirchengeschichtliche Themen einem breiten Publikum zugänglich. Besonders sein Standardwerk Die Päpste in Lebensbildern erschien in mehreren Auflagen und verschiedenen Sprachen und zählt bis heute zu den bekanntesten deutschsprachigen Überblickswerken zur Papstgeschichte. Zahlreiche Vorträge, Beiträge in Fachzeitschriften und seine Mitarbeit an historischen Projekten machten Gelmi zu einem der profiliertesten Kenner der Kirchen- und Papstgeschichte im deutschen Sprachraum. Für sein wissenschaftliches und kulturelles Wirken erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Walther-von-der-Vogelweide-Preis (1996), das Ehrenzeichen des Landes Tirol sowie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (beide 2001), die Ehrenmedaille der Stadt Brixen (2009), die Ernennung zum Ehrenkanonikus des Brixner Domkapitels (2016) und die Verdienstmedaille der Diözese Bozen-Brixen (2017).
Ein Leben für Kirche und Geschichte
Bischof Ivo Muser würdigt Josef Gelmi als einen Historiker, der Wissenschaft und Glauben miteinander zu verbinden verstand. „Professor Gelmi war Historiker mit Leib und Seele. Oft hat er mir gesagt, dass die Diözese ihm ermöglicht habe, sein Hobby zum Beruf zu machen. Kirchengeschichte war für ihn nie bloß Wissenschaft, sondern immer auch Ausdruck seiner Liebe zur Kirche.“ Besonders beeindruckt habe ihn Gelmis Überzeugung, dass Gott „auch auf krummen Zeilen gerade schreiben kann“. Zugleich habe Gelmi nie verschwiegen, dass zur Geschichte der Kirche auch Fehler gehörten. Dennoch sei er stets davon überzeugt gewesen, „dass die Kirche viel besser ist als ihr Ruf“. Muser erinnert zudem an Gelmis großes Interesse an der Papstgeschichte und an seinen Einsatz, kirchengeschichtliches Wissen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. „Mit Josef Gelmi verlieren wir nicht nur einen bedeutenden Kirchenhistoriker, sondern auch einen liebenswürdigen, friedfertigen Menschen, der weit über die Grenzen unserer Diözese hinaus geschätzt wurde.“
Der Begräbnisgottesdienst für Josef Gelmi wird am Freitag, 7. August 2026, um 17.00 Uhr im Brixner Dom gefeiert. Dem Gottesdienst steht Bischof Ivo Muser vor. Anschließend erfolgt die Beisetzung in der Arkade des Priesterseminars auf dem Brixner Friedhof. Josef Gelmi wird zuvor im Priesterseminar Brixen aufgebahrt.
Giuseppe Quinz: Sechs Jahrzehnte in St. Jakob bei Bozen
Giuseppe Quinz wurde am 27. Juni 1929 in Sappada (Belluno) geboren und am 29. Juni 1955 in Trient zum Priester geweiht. Nach seinen ersten Seelsorgejahren als Kooperator in Rovere della Luna sowie in St. Jakob und Oberau in Bozen wurde er 1965 zum Pfarrer von St. Jakob bei Bozen ernannt. Dieses Amt übte er bis 1998 aus. Anschließend blieb er der Pfarrei als Kooperator erhalten und wirkte dort weiterhin in der Seelsorge mit.

Giuseppe Quinz verstarb in der Nacht auf Montag, 3. August 2026, im Alter von 97 Jahren in Udine. Der Trauergottesdienst mit Bischof Ivo Muser wird am Montag, 10. August 2026, um 9.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob bei Bozen gefeiert. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof von St. Jakob.





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