Von: importer
Bei einer Explosion in einem Pyrotechnik-Unternehmen in Winzendorf-Muthmannsdorf (Bezirk Wiener Neustadt) ist Donnerstagmittag eine Person laut Rotem Kreuz schwer verletzt worden. Diese wurde vom Notarzthubschrauber “Christophorus 3” in das AKH nach Wien geflogen, teilte Polizeisprecher Johann Baumschlager auf Anfrage mit. Über 100 Feuerwehrmitglieder waren nach Angaben des Bezirkskommandos im Einsatz und brachten den entstandenen Brand am Nachmittag unter Kontrolle.
Ausgerückt waren die Einsatzkräfte nach einem Knall in einer Werkshalle des Unternehmens. Eine Rauchsäule war kilometerweit sichtbar. “Eine Person konnte gerettet werden”, betonte Bezirksfeuerwehrkommandant Karl-Heinz Greiner in einer Aussendung. Ein umfassender Außenangriff, bei dem auch Hubrettungsgeräte verwendet wurden, sowie ein Innenangriff durch Atemschutztrupps habe “rasch Wirkung gezeigt” und den Brand eingedämmt. 13 Feuerwehren und 28 Fahrzeuge standen im Einsatz.
Die Explosion ereignete sich bei Firma Astotec Pyrotechnic Solutions. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Baumschlager evakuiert. Sämtliche Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Die Personen sammelten sich in der Schule in Winzendorf. Betroffen waren laut Sonja Kellner, der Sprecherin des Roten Kreuzes Niederösterreich, rund 100 Menschen. Ein Kriseninterventionsteam war an Ort und Stelle. “Unsere Gedanken sind bei unserem Mitarbeiter. Wir danken allen eingesetzten Kräften der Einsatzorganisationen, die den Brand rasch in den Griff bekamen”, ließ ein Unternehmenssprecher wissen.
Landeskriminalamt Niederösterreich ermittelt Ursache
Der APA präsentierte sich die Lage rund um das Pyrotechnik-Unternehmen in den Nachmittagsstunden schon etwas beruhigt. Die Zufahrtsstraße zum Unternehmen war aber weiter gesperrt. Die Identität der verletzten Person stand vorerst nicht fest. Ebenso unklar war die Ursache für die Explosion bzw. den Brand. Das Landeskriminalamt Niederösterreich übernahm die entsprechenden Erhebungen. Zuständig sind Baumschlager zufolge die Ermittlungsbereiche Brand und Explosionsdelikte, auch die Tatortgruppe ist involviert.
Bei der Astotec Pyrotechnic Solutions handelt es sich um einen Teil des 1860 gegründeten Traditionsunternehmens Hirtenberger, der mittlerweile in Orasis Industries Holding umbenannt wurde. Das Unternehmen hatte sich vor sieben Jahren von seinem Rüstungsgeschäft getrennt. Astotec stellt pyrotechnische Produkte für diverse Anwendungen her: Die Tochter Pyrotec Solutions produziert unter anderem elektrische und pyrotechnische Zündpillen für Sprengzünder, die in zahlreichen Sicherheitsanwendungen und Applikationen der Film- und Feuerwerksindustrie verwendet werden. Das Unternehmen mit Sitz in Winzendorf erzielte im Vorjahr einen Gewinn von rund zwei Millionen Euro. In der Gruppe werden auch pyrotechnische Sicherheitskomponenten für die Auto-Industrie, wie etwa Gurtstraffer und Airbags hergestellt.




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