Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Eine kleine Fahrradwerkstatt in der Bozner Neapelstraße hat Grund zum Feiern: Mamadou Diallo betreibt sein Geschäft seit mittlerweile fünf Jahren. Der gebürtige Guineer lebt seit 2014 mit seiner Familie in Bozen. 2021 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit.
“Ich liebe meine Arbeit und würde sie um keinen Preis aufgeben”, sagt Diallo der Zeitung Alto Adige. Dabei sind die Rahmenbedingungen nicht einfacher geworden. Materialkosten und Stromrechnungen sind deutlich gestiegen. Aufgeben kommt für den Handwerker dennoch nicht infrage: Die Werkstatt soll weiterhin für die Bozner Gemeinschaft da sein.
Der kleine Betrieb unweit des Drusus-Stadions und des Lidos in Bozen fällt durch Ordnung und Sauberkeit auf. Diallo setzt dabei nicht allein auf den Verkauf, sondern vor allem auch auf Beratung: Einer Kundin riet er etwa von einem Fahrradkorb ab, weil dieser aus seiner Sicht nicht passte. Einer Familie schenkte er zudem zwei neue Stützräder für das Fahrrad ihrer Tochter.
Seine Kundschaft ist bunt gemischt. Neben Bozner Familien kommen auch Touristen in die Werkstatt – vor allem deutsche und englische Gäste, die auf dem Radweg entlang des Drusus-Stadions unterwegs sind und eine Panne haben.
“Ohne meine Kunden wäre ich niemand”, sagt Diallo. Er wolle sich mit Hingabe für seine Arbeit bei der Gemeinschaft bedanken, die es ihm ermögliche, seinen Beruf auszuüben und für seine Familie zu sorgen.
Und auch nach fünf erfolgreichen Jahren denkt der Unternehmer bereits weiter. Sein großer Traum ist es, irgendwann einmal ein Agriturismo in Guinea zu eröffnen. “Das wird sicher schwierig”, sagt Diallo. Aufgeben will er aber auch diesen Traum nicht: “Wenn man kein Ziel und keine Hoffnung hat, es zu erreichen – wofür lebt man dann?”




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