Sesvennahütte als Symbol für Verantwortung am Berg

Sesvennahütte feierlich eingeweiht: AVS begeht 80-jähriges Bestehen

Sonntag, 21. Juni 2026 | 15:45 Uhr

Von: luk

Schlinig – Mit einem feierlichen Festakt wurde heute die sanierte AVS-Sesvennahütte eingeweiht. Der besondere Anlass fiel mit einem bedeutenden Jubiläum zusammen: Der Alpenverein Südtirol (AVS) feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Bestehen. Zahlreiche Gäste aus Verein, Politik, Bergsport und Tourismus folgten der Einladung und würdigten die traditionsreiche Rolle des Vereins ebenso wie die gelungene Sanierung der Schutzhütte.

Die Arbeiten an der Sesvennahütte, die ein wichtiger Stützpunkt in der Sesvennagruppe ist, wurden im vergangenen Jahr umgesetzt. Die Sesvennahütte ist die erste AVS-Hütte, die einer umfassenden Sanierung unterzogen wurde. In den 1950-er-Jahren begannen die Bauarbeiten an den AVS-Schutzhütten: Die erste war die Radlseehütte, die letzte war 1988 die Oberetteshütte. Im Jahr 2024 wurde die AVS Tiefrastenhütte teilsaniert, in den kommenden Jahren werden in den weiteren AVS-Hütten Eingriffe nötig.

„Wir brauchen keinen Luxus am Berg, nur eine sichere Unterkunft. Deshalb wurde ressourcenschonend saniert“, unterstrich AVS-Präsident Georg Simeoni. „Im Fokus der Arbeiten an der Sesvennahütte standen die energetische Sanierung, die Schaffung zeitgerechter Personalunterkünfte, die Verbesserung der Infrastruktur sowie Maßnahmen zur nachhaltigen Bewirtschaftung; besonders wichtig war auch das Prinzip: Weniger ist mehr“, erläuterte AVS-Vizepräsident Elmar Knoll, der das Projekt von Anfang an begleitet hat.

„Die Sesvennahütte ist ein wichtiger Ort des Zusammenkommens in den Bergen. Mit der gelungenen Sanierung schaffen wir die Grundlage dafür, dass auch kommende Generationen die Bergwelt verantwortungsvoll erleben können“, sagte Martin Knapp, Leiter des AVS-Referats Hütten.

Unter den ersten Gratulanten war Bürgermeister Josef Thurner, der auch die Grußworte von Landeshauptmann Arno Kompatscher überbrachte: „Die Sesvennahütte steht sinnbildlich für das, was den Alpenverein Südtirol seit 80 Jahren ausmacht: Einsatz für unsere Bergwelt, gelebte Verantwortung und ein starkes Ehrenamt. Schutzhütten sind mehr als Stützpunkte – sie verbinden Menschen, Generationen und Kulturen und tragen unsere Werte von Respekt und Nachhaltigkeit in die Zukunft“.

Mit seiner Anwesenheit unterstrich DAV-Präsident Roland Stierle die Freundschaft zwischen den Alpenvereinen. „Südtirol und seine schöne Bergwelt ist für sehr viele unserer Mitglieder ein Sehnsuchtsort, viele unserer Sektionen waren beim Aufbau der Schutzhütten beteiligt. Gemeinsame Werte und das Anliegen, die Bergwelt zu schützen, prägen unsere Freundschaft“, sagte Stierle in seinen Grußworten.

Martin Niedrist

Die neuen Hüttenwirte Georg Messner und Indira Habicher zeigten sich erfreut über die abgeschlossenen Arbeiten: „Schön ist, dass der ursprüngliche Charakter der Hütte bewahrt wurde und gleichzeitig zeitgemäße Standards umgesetzt wurden.  Wir freuen uns darauf, viele Bergsteigerinnen und Bergsteiger hier willkommen zu heißen.“

Elmar Knoll hob die Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor: „Ein Projekt dieser Größenordnung gelingt nur durch das Zusammenspiel vieler engagierter Menschen. Mein Dank gilt allen, die mit ihrem Einsatz und ihrer Fachkompetenz zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen haben. Die Sesvennahütte ist nun bestens für die Zukunft gerüstet.“

Die Doppelveranstaltung aus Einweihung und Jubiläumsfeier bot den passenden Rahmen, um sowohl auf die Geschichte des AVS zurückzublicken als auch den Blick nach vorne zu richten. Seit seiner Gründung in der Nachkriegszeit setzt sich der Alpenverein Südtirol für die Erhaltung der Bergwelt, die Förderung des alpinen Sports und die Pflege von Hütten und Wegen ein. Mit der modernisierten Sesvennahütte und dem Rückhalt einer starken Gemeinschaft blickt der AVS optimistisch in die Zukunft – im Bewusstsein seiner Verantwortung für Mensch und Natur im alpinen Raum.

„Über 83.000 Mitglieder, rund ein Viertel davon ist unter 25 Jahre alt, tragen die Werte des Alpenvereins mit. Sie sind das Rückgrat des Vereins, ihre Wertschätzung ist es, die die Ehrenamtlichen antreibt, das Herzensanliegen, nämlich den Erhalt des alpinen Lebensraums und der Berge für unsere Enkel und nachfolgenden Generationen, nie aus dem Blick zu verlieren“, sagte Georg Simeoni.

Bezirk: Vinschgau

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