Vorwurf: Sicherheitsbestimmungen ignoriert

Staatsanwalt ermittelt gegen Solland Silicon-Chef

Freitag, 26. August 2016 | 12:05 Uhr

Meran – Bis man in Sachen Solland Silicon aktiv wurde, hat es lange gedauert. Nun muss sich Massimo Pugliese, den Besitzer des Siliziumwerkes in Sinich, vermutlich am Bozner Landesgericht wegen Verletzung der Sicherheitsauflagen wohl einem Strafverfahren stellen, berichtet das Tagblatt Dolomiten. Der Grund dafür: Laut Fachleuten ist das Chemiewerk vor den Toren Merans eine tickende Zeitbombe. Weil Pugliese seine Mitarbeiter seit Monaten nicht bezahlt, musste Ende Mai sogar einige Tage lang eine Besatzung der Bozner Berufsfeuerwehr bzw. der Freiwilligen Feuerwehr von Meran in Sinich nach dem Rechten schauen.

Im Betrieb lagern stark toxische Materialien, wie etwa das hochentzündliche Trichlorsilan. Umso wichtiger ist es, dass entsprechendes Sicherheitspersonal im Werk in Sinich seinen Dienst tut –rund um die Uhr. Außerdem musste das Land in Vergangenheit bereits mehrmals Strom- und Stickstofflieferanten dazu zwingen, trotz ausbleibender Zahlung durch die Solland Silicon ihre Lieferungen weiterzuführen. Nur dadurch konnte die Sicherheit im Werk gewährleistet werden.

Nun ermittelt die Bozner Staatsanwaltschaft in Sachen Sicherheit im Siliziumwerk in Sinich, nachdem im Juli seitens der Agentur für Bevölkerungsschutz eine Eingabe bei der Bozner Staatsanwaltschaft hinterlegt wurde. Der Vorwurf lautet: Solland Silicon und Firmenchef Massimo Pugliese sollen gegen das staatliche Gesetzesdekret Nr. 105 von 2015 verstoßen haben, was den Umgang mit gefährlichen Substanzen regelt – zur Vermeidung von Unfällen und Belastungen der Umwelt. Laut derzeitigem Ermittlungsstand der Bozner Staatsanwaltschaft soll Pugliese im Werk in Sinich diese gesetzlichen Auflagen völlig ignoriert haben.

Die erste Vorverhandlung soll im September stattfinden. Das laufende Strafverfahren bildete auch die Grundlage dafür, dass Staatsanwalt Axel Bisignano am Montag ein Konkursverfahren gegen die Solland Silicon angestrengt hat. Dieser Fall liegt nun bei Konkursrichterin Francesca Bortolotti.

Eine Beschlagnahme des Werkes in Sinich ist unterdessen nicht möglich, weil sich Pugliese nicht der Verordnung von Landeshauptmann Arno Kompatscher widersetzt hat. Dieser hatte verfügt, dass ehemalige Mitarbeiter der MEMC, der Vorgängerfirma von Solland Silicon, nun für die Sicherheit im Werk in Sinich sorgen. Bezahlt werden die Mitarbeiter vorerst vom Land.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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3 Kommentare auf "Staatsanwalt ermittelt gegen Solland Silicon-Chef"


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Steuerzahlerin
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Staatsanwalt ermittelt wegen Sicherheitsbestimmungen. und wer ermittelt für die zuviel bezahlten Landesbeiträge ???

nadann1
Neuling
1 Monat 5 Tage

Ach was! Auf einmal macht man sich Sorgen um die gefährlichen Soffe, allen voran Trichlorsilan. Schon seit Jahren habe ich versucht, alle dafür zu sensibilisieren, mit null Resultat. Solche Stoffe und ein Unternehmen, das mit diesen arbeitet, haben in direkter Nähe von Siedlungen und Städten nichts, aber rein gar nichts zu suchen!! Zudem hat sich sowohl die MEMC als auch alle Nachfolger durch ihr undurchdichtiges Verhalten nicht gerade sehr viel Vertrauen erarbeitet😡

ex-Moechteg.Lhptm.
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

massimo pugliese ist in seiner heimat bekannt als mann mit den ” mani bucate ”

alles was er angreift, geht den bach runter.

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