Behörde gibt Entwarnung

Vermeintliches Bärenjunges im Gadertal war eine schwarze Katze

Mittwoch, 09. September 2026 | 15:22 Uhr

Von: Lukas Unterkofler

Abtei/Bozen – Am Morgen des 8. September erreichte das Forstinspektorat Bruneck und das Landesamt für Wildtiermanagement eine mögliche Sichtung eines Bärenjungen im Campingplatz Sass Dlacia in St. Kassian/San Ćiascian in der Gemeinde Abtei.

Umgehend begab sich ein Angehöriger des Landesforstkorps zum Standort, um den Hinweis zu überprüfen.

Wenig später erhielt das Landesforstkorps auch die Videos des Tiers, wobei sofort Entwarnung gegeben werden konnte, denn es handelte sich eindeutig um eine schwarze Katze, die einen Baum hochkletterte, berichtet der Direktor des Landesamtes für Wildtiermanagement Dominik Trenkwalder. Auch bei der Überprüfung durch das Landesforstkorps vor Ort konnten keine Spuren oder andere Hinweise aufgefunden werden, die auf die Präsenz eines Bären hindeuten. Wenig später wurde endgültig Entwarnung gegeben.

Dem Landesamt für Wildtiermanagement liegen derzeit keine Informationen oder Hinweise vor, die die Präsenz eines Bären in der östlichen Landeshälfte hinweisen.

“Wir als Behörde danken für die schnelle Meldung, nimmt natürlich jeden Hinweis ernst und verifiziert diese so schnell wie möglich, appellieren aber auch an die Bevölkerung, bei Hinweisen nicht überzureagieren und keine Panik zu schüren”, unterstreicht Landesforstdirektor Günther Unterthiner.

Heuer bisher zwölf Direktbeobachtungen von Bären

Im heurigen Jahr wurden bisher zwölf Direktbeobachtungen von Bären festgestellt, darunter in den Gebieten Prad am Stilfser Joch, entlang des Mendelzuges und am Deutschnonsberg.

Das Gebiet im Gadertal wurde nur im Jahr 2009 von einem Bären aufgesucht, es handelte sich um das Männchen M5. Zudem wurden seit Beginn des Projektes Life Ursus im Jahr 2001 nur zwei weibliche Bären in Südtirol nachgewiesen. Die Ergebnisse der genetischen Untersuchungen sind noch ausständig und damit kann auch noch keine Anzahl an Bären genannt werden, wie viele bisher in Südtirol nachgewiesen wurden. Im Jahr 2025 wurden in Südtirol insgesamt neun Bären, darunter auch ein Weibchen nachgewiesen.

Die aktuellen und bestätigten Nachweise von Großraubwild und der Situationsbericht der Großraubtiere in Südtirol finden sich auf der Website des Landesamts für Wildtiermanagement.

Sichtungen oder Nachweise von Großraubwild umgehend melden

Jegliche Sichtung oder andere Nachweise von Großraubwild müssen so schnell wie möglich an das Landesamt für Wildtiermanagement oder die zuständige Forststation gemeldet werden, in Not und Gefahrensituationen auch über die Einheitliche Notrufnummer 112.

Bezirk: Bozen, Salten/Schlern

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