Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Zecken dringen in Südtirol immer weiter in die Höhe vor: Mit dem Projekt “MONZEC” werden derzeit Erkenntnisse zu Aktivität und Verbreitung von Zecken in sämtlichen Höhenlagen gesammelt. Ende des Jahres sollen erste Ergebnisse dieser Forschungsinitiative bekannt werden, die als Interreg-Projekt Italien-Österreich vorangetrieben wird.
Wie wichtig das Zeckenmonitoring und die Prävention gegen Krankheiten, die vor allem durch Zecken übertragen werden, sind, weiß auch Europa-Landesrätin Magdalena Amhof: “Ich selbst habe mich dieser Tage der Zeckenimpfung unterzogen, denn Prävention ist für mich das Um und Auf. Deshalb ist auch dieses Projekt des Fonds Interreg Italien-Österreich besonders wichtig, denn nur durch Forschungsergebnisse können wir angemessen reagieren und entsprechende Maßnahmen setzen.”
Das Zeckenmonitoring zählt zu jenen Europa-Projekten, die über den CLLD-Ansatz verwirklicht werden und damit in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung angeregt und umgesetzt werden. Seit 2024 hat sich der Infektiologe Dr. Gernot Walder gemeinsam mit einer Gruppe von Veterinärmedizinern aus Belluno sowie dem Südtiroler und Tiroler Jägerverband vorgenommen, die Zeckenaktivität flächendeckend zu überwachen. Das ursprünglich auf die Provinz Belluno, das Südtiroler Pustertal und Osttirol beschränkte Projekt wurde 2026 auf ganz Südtirol und Nordtirol ausgeweitet. Ziel dieses Projektes ist es, über Zeckenmeldungen in der kostenlosen Monzec-App die Aktivität von Zecken langfristig zu erheben und entsprechende Vorhersagemodelle zu entwickeln.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, die kostenlose App aufs Handy zu laden
Was die Datensammlung anbelangt, setzen die Projektverantwortlichen allererstens auf Jäger und Jägerinnen sowie Landwirte und Landwirtinnen, die aufgrund ihrer Tätigkeit im Freien besonders häufig mit Zecken in Kontakt kommen. Jedoch sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die kostenlose App aufs Handy zu laden und Zeckenfunde zu melden, um die örtliche Eingrenzung so präzise wie möglich zu machen.
“Südtiroler Jäger und Jägerinnen sind viel draußen unterwegs. Sie entdecken mittlerweile fast ganzjährig Zecken am Wild, an ihren Jagdhunden und sind aufgrund ihrer Tätigkeit selbst besonders häufig von Zeckenstichen betroffen”, betont der Landesjägermeister Günther Rabensteiner.
Zahlreiche Zeckenmeldungen auch weit über 1.100 Höhenmetern
Bislang, so der Jagdverband, seien im überregionalen Projektgebiet 499 Meldungen (Stand 11. Juni 2026) eingegangen – zahlreiche davon über der 1.100-Meter-Grenze, die bislang als Limit für das Habitat dieser Spinnentiere galt. Meldungen über die Verbreitung gab es bis zu einer maximalen Höhe von 1799 Metern. Die Datenaufnahme läuft nun noch bis Ende des Jahres. Jede Meldung trägt dazu bei, die Verbreitung und Aktivitäten der Zecken zu erfassen und neue Arten rasch zu erkennen. Das sei in Zukunft auch für eine gezielte Vorsorge wichtig.




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