Von: apa
Das Programm der 83. Filmfestspiele von Venedig steht: Festivaldirektor Alberto Barbera gab am Donnerstag die heurige Auswahl bekannt. 20 Filme rittern von 2. bis zum 12. September um den Goldenen Löwen. Österreich ist mit Manuel Wetschers “Eklipse” in der Schiene “Orizzonti” vertreten.
Wetscher, sein Ko-Autor Bernhard Jarosch, die Hauptdarsteller Moritz Hohlrieder, die Hauptdarstellerin Finley Brown und die Produzenten Bernhard Holzhammer und Victor Kössl sowie Wilfried Gufler und Debora Nischler (Koproduktion) werden am Lido bei der Weltpremiere anwesend sein. Der Film spielt in Tirol. Während die ansteckende Krankheit seines Vaters verschwiegen wird, findet der Protagonist Tomy auf einer Alm gemeinsam mit seinem Freund Chris zu seiner eigenen Stimme.
Mehrere Stars am Lido erwartet
Das Festival beginnt nach der Eröffnungszeremonie mit dem Film “Ink” von Danny Boyle. Darin übernimmt Guy Pearce die Rolle des Medienunternehmers Rupert Murdoch und erzählt die Geschichte der Entstehung der britischen Boulevardzeitung “The Sun”. Auch der deutsche Regisseur Werner Herzog kehrt nach Venedig zurück: Sein Film “Bucking Fastard” mit Kate Mara, Rooney Mara und Orlando Bloom widmet sich dem wahren Fall der Zwillingsschwestern Greta und Freda Chaplin.
Mehrere Stars werden am Lido erwartet. Casey Affleck stellt seinen Film “Company” mit Nick Nolte in der Hauptrolle vor. Im Rennen in der Hauptschiene ist auch “Bunker” von Florian Zeller mit dem Ehepaar Penelope Cruz und Javier Badem und “Primetime” von Lance Oppenheim mit Robert Pattinson. Zu den Highlights zählt auch “15/18 (A Place to Heal)” von Cédric Kahn sowie “Wild Horse Nine” von Martin McDonagh mit John Malkovich und Sam Rockwell.
Auseinandersetzung mit Bertolucci
Auch Italien ist beim Filmfestival von Venedig stark vertreten. Für Nanni Moretti ist die Rückkehr nach Venedig ein besonderes Ereignis: Der römische Regisseur präsentiert “Succederà questa notte” mit Louis Garrel und Jasmine Trinca. Ebenfalls im Wettbewerb läuft “The Echo Chamber” von Andrea Pallaoro mit Luca Marinelli, Alicia Vikander und Susan Sarandon. Der Film basiert auf dem letzten Drehbuch von Bernardo Bertolucci, das der legendäre Regisseur selbst nicht mehr verwirklichen konnte. Mit Bertolucci setzt sich auch “Joie de vivre” von Luca Guadagnino auseinander, ein sieben Stunden langer Dokumentarfilm. Guadagnino analysiert darin ausführlich das Werk des 2018 verstorbenen Regisseurs und setzt sich mit dessen Bedeutung für die Geschichte des Kinos auseinander.
Auch Hollywood-Star Russell Crowe wird in Venedig anwesend sein. Sein Dokumentarfilm “What Love Builds” läuft in der Reihe “Venezia Open – Fuori Concorso”. Der Doku verbindet musikalische Elemente mit einer ausführlichen autobiografischen Erzählung. Crowe blickt darin auf seine Anfänge, seine Schauspielkarriere und seine zweite große Leidenschaft – die Musik – zurück. Zu den besonders erwarteten Gästen am Lido zählt außerdem die Britpopband Oasis. Ihr ist der Dokumentarfilm “Oasis – Don’t Look Back in Anger” von Dylan Southern und Will Lovelace über die Wiedervereinigung gewidmet.
Maggie Gyllenhaal leitet internationale Jury
Die Jury des Wettbewerbs wird von der US-amerikanischen Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin Maggie Gyllenhaal geleitet. Sie hatte 2021 in Venedig den Preis für das beste Drehbuch für “Die verlorene Tochter” erhalten. Der US-Schauspieler, Regisseur und Produzent George Clooney erhält den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Neben Clooney wird auch die Schauspielerin Ellen Burstyn, bekannt aus “Der Exorzist”, mit einem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.
Insgesamt wurden für die neue Festivalausgabe rund 4.500 Filme eingereicht – darunter Spielfilme, Dokumentationen und Kurzfilme. Im vergangenen Jahr waren es noch etwa 4.200 Produktionen. Nach Ansicht von Festivaldirektor Barbera spiegeln die Filme die großen Themen der Gegenwart wider: Kriege, Klimawandel, Migration, familiäre Konflikte, soziale Spannungen sowie Hoffnungen und Ängste junger Menschen. Das Kino beschränke sich dabei nicht auf reine Berichterstattung, sondern verwandle aktuelle Probleme in komplexe Geschichten und künstlerische Erzählungen. “Ich glaube nicht, dass es eine andere Kunstform gibt, die gleichzeitig eine so starke ästhetische, kulturelle und gesellschaftliche Wirkung entfalten kann”, sagte Barbera.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen