Von: luk
Trentino – Nach den schweren Murenabgängen im Trentino warnen Experten vor einer Zunahme solcher Ereignisse.
Auslöser seien die Folgen des Klimawandels mit immer häufigeren Hitzewellen und Starkregen.
Besonders betroffen ist derzeit das Val Genova bei Madonna di Campiglio, wo nach dem großen Murenabgang vom vergangenen Samstag ein Betretungsverbot verhängt wurde.
Das Gebiet zwischen der Malga Caret und Bedole blieb über Tage gesperrt, da Geologen die als hochgefährlich eingestufte Hanglage überwachen. Weitere Gewitter könnten neue Muren auslösen. Erst am heutigen 2. Juli wird das Tal wieder freigegeben.
Mehr als 100 Menschen waren am Wochenende oberhalb der Abrissstelle eingeschlossen, konnten inzwischen aber in Sicherheit gebracht werden. Am Montag ereignete sich zudem ein weiterer Erdrutsch weiter östlich im Skigebiet bei Ces im Primiero, der glücklicherweise keine Verletzten verursachte.
Der Präsident der Trentiner Geologenkammer, Giovanni Ronzani, sieht einen klaren Zusammenhang mit dem Klimawandel. Zwar lasse sich ein einzelnes Ereignis nicht direkt darauf zurückführen, die zunehmende Häufigkeit von Muren, Hangrutschen und Steinschlägen sei jedoch eine Folge der veränderten klimatischen Bedingungen.
Langanhaltende Hitze schwäche Böden und Vegetation, während intensive Niederschläge das Wasser nicht mehr ausreichend versickern ließen. Stattdessen fließe es oberflächlich ab und verstärke die Erosion. Dadurch könnten Hangrutsche auch in Gebieten auftreten, die bislang nicht als gefährdet galten.
Ronzani geht davon aus, dass solche Ereignisse in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden. Gleichzeitig verweist er auf moderne Überwachungsmethoden, etwa den Einsatz von Wetterradar, mit denen Starkniederschläge heute deutlich präziser erfasst werden können.
Auch Wanderer und Bergsportler seien gefordert. Wer in die Berge gehe, solle Wetterentwicklung und Warnhinweise genau verfolgen. Angesichts der zunehmenden Wetterextreme sei ein bewussterer Umgang mit den Risiken im Gebirge wichtiger denn je.




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